Nach dem 5:5-Spektakel gegen England gab es erneut ein echtes Drama, doch dieses Mal ohne Happy End. Trotz dreimaliger Führung verspielte die ersatzgeschwächte deutsche U 19 den Einzug ins EM-Finale. Ohne den gelbgesperrten Trainer Hanno Balitsch an der Seitenlinie verlor die DFB-Auswahl das Halbfinale in Bukarest gegen Titelverteidiger Spanien unglücklich mit 5:6 nach Verlängerung. Allein in der Nachspielzeit fielen dabei drei Tore.
Wie beim Trainer überwogen auch bei den Spielern Stolz und Schmerz. "Wir können trotz des Ausscheidens stolz auf uns sein. Wir haben so viele Widerstände überwunden", wird Konstantin Heide auf der DFB-Website zitiert. Es sei "brutal" gewesen, "für jeden auf dem Platz, auf der Bank, für die Zuschauer". Der Torhüter von der SpVgg Unterhaching meinte sogar: "Es war das anstrengendste Spiel meines Lebens - und einfach verrückt."
Am Ende hätten mit den Ausfällen die Körner gefehlt, während die Spanier immer wieder frische Kräfte bringen könnten: "Das hat uns gekillt", so Heide. Das deutsche Team hatte auf die verletzten Elias Decker, Charles Herrmann und Kapitän Noah Darvich sowie den gelbgesperrten Kjell Wätjen verzichten müssen.
„Heute sind wir die Unglücklichen, aber gleichzeitig auch die Glücklichen.“ (Almugera Kabar)
Eine Erkenntnis aber bleibt trotz Niederlage: "Der Teamgeist ist da, die Motivation, dass sich jeder gegenseitig pusht. Das habe ich so auch noch nicht erlebt", meinte Dortmunds Almugera Kabar und wurde fast philosophisch: "Heute sind wir die Unglücklichen, aber gleichzeitig auch die Glücklichen, weil wir wissen, was wir abgeliefert haben. Es war so heftig, wie wir als Team aufgetreten sind."
Ganz ähnlich äußerte sich der Regensburger Leopold Wurm. Die EM-Achterbahnfahrt mit all ihren Höhen und Tiefen hätte den Charakter der Mannschaft gezeigt. "Dass wir immer an uns glauben und nie aufgeben", betonte der Verteidiger. "Es war schön, auch abseits des Platzes Zeit mit den Jungs zu verbringen. Leider ist sie etwas zu früh zu Ende. Aber das bleibt für immer", versicherte er und meinte: "Viele werden ihren Weg gehen, es sind alles sehr, sehr gute Jungs. Ich denke, dass wir uns auf Nationalmannschaftsebene noch oft sehen werden."