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Historische Rekorde und leere Stadien: Tops und Flops beim Gold Cup 2025

kicker

Top: Mexiko gewinnt mit Talenten

Durch das 2:1 im Finale gegen die USA gewinnt Mexiko den Gold Cup - das ist für den Rekordsieger zwar ein Erfolg, kommt nach den neun bereits vorher gesammelten Turniertiteln aber auch nicht wirklich überraschend. Was für "El Tri" dagegen durchaus bemerkenswert ist: Im Gegensatz zu den vorherigen Jahren gelang der Triumph dieses Mal nicht vorwiegend mit Altstars, sondern mit viel Talent in den eigenen Reihen.

So standen beim 1:0-Halbfinalsieg gegen Honduras mit Mateo Chavez und Gilberto Mora ein 21-Jähriger und ein 16-Jähriger in der Startelf - Letzterer ist nun der jüngste mexikanische Nationalspieler der Geschichte und bereitete gleich auch noch den Siegtreffer zum Finaleinzug vor. "Er hat ein unglaublich gutes Positionsspiel und versteht seine Rolle. Es gibt für ihn nach oben kein Limit", sagte Mexiko-Coach Javier Aguirre über seinen Teenager.

Flop: Die Spannung im Wettbewerb

Ein Finale zwischen Mexiko und den USA - an den beiden größten Nationen im nord- und mittelamerikanischen Fußball führte auch bei der 18. Ausgabe des Gold Cups kein Weg vorbei. Bei dessen Vorgängerturnier, dem von 1963 bis 1989 ausgetragenen CONCACAF Nations Cup, waren sich die teilnehmenden Mannschaften noch weitgehend auf Augenhöhe begegnet. Seit der Einführung des Gold Cups im Jahr 1991 kam der Turniersieger aber nur ein einziges Mal nicht aus den USA oder Mexiko - im Jahr 2000, als sich Kanada überraschend den Titel sicherte.

Der Leidenschaft der Fans aus den anderen teilnehmenden Ländern tut das keinen Abbruch, für neutrale Zuschauer verliert das Turnier so aber immer mehr an Reiz. Auch für die fußballerische Entwicklung in Mexiko und den USA wäre es auf Dauer wohl hilfreich, sich regelmäßig mit stärkeren Gegnern zu messen als Guadeloupe, Trinidad und Tobago oder Curacao.

Top: Guatemala trumpft auf

Die "Bicolor", die beim Gold Cup traditionell niemand zum Favoritenkreis zählt, erreichte beim diesjährigen Turnier Historisches und zog zum ersten Mal seit 1996 ins Halbfinale ein. Die Vorrunde überstanden die Zentralamerikaner souverän, besiegten im Viertelfinale völlig überraschend den Favoriten aus Kanada im Elfmeterschießen und waren auch im Halbfinale bei der 1:2-Niederlage gegen die USA alles andere als unterlegen.

Für den 18-Millionen-Einwohner-Staat, der sich im November zum ersten Mal überhaupt für eine Weltmeisterschaft qualifizieren könnte, ist ein solches Abschneiden durchaus ein Grund für Euphorie. Die guatemaltekische Tageszeitung Prensa Libre etwa sprach von der "besten Leistung des Teams in der Geschichte des Turniers". Einstellung, Taktik und der gute Fußball machten "Hoffnung für die Zukunft des Nationalteams", so das Hauptstadtblatt.

Flop: Viele Fragezeichen bei Kanada

Ein Ausscheiden im Viertelfinale ist für die Kanadier, die den Gold Cup bisher nur ein einziges Mal gewonnen und das Halbfinale zuletzt 2021 erreicht hatten, zwar nicht gänzlich ungewöhnlich. Für die zunehmende Fußballeuphorie, die sich bei den Nordamerikanern vor der WM 2026 gerade breit macht, war die Niederlage gegen den Underdog Guatemala aber dennoch ein herber Dämpfer.

Vor allem die Art und Weise des Ausscheidens sorgt in Kanada aktuell für einige Sorgenfalten: Trainer Jesse Marsch, der im vergangenen Jahr mit großen Hoffnungen verpflichtet worden war, sieht sich nach dem Turnier nun heftiger Kritik ausgesetzt - der Guardian etwa zählte den Coach wegen eines "Mangels an Kontrolle, Ruhe und taktischer Klarheit" an.

Top: Die Dominikanische Republik

Zum ersten Mal in seiner Geschichte hatte sich der Inselstaat aus der Karibik für den Gold Cup qualifiziert - und verkaufte sich bei seiner Premiere direkt teuer. In den ersten beiden Gruppenspielen gegen Mexiko und Costa Rica gab es jeweils nur eine knappe Niederlage, in der dritten Partie gegen Suriname reichte es schließlich zu einem 0:0.

In einem Land, in dem Baseball traditionell die populärste Sportart ist und der Fußball maximal an zweiter Stelle kommt, sorgt diese respektable Turnierleistung für Aufbruchstimmung. "Wir haben eine Mannschaft und wir haben eine Zukunft. Der dominikanische Fußball ist gekommen, um zu bleiben", titelte die dominikanische Zeitung Diario Libre. 

Flop: Gastland Saudi-Arabien

Dass beim Gold Cup auch Staaten außerhalb von Mittel- und Nordamerika mitmischen, ist an sich nichts Neues: Schon zwischen 1996 und 2005 wurden "Gastländer" aus anderen Kontinenten zum Wettbewerb eingeladen; seitdem schien diese Praxis aber eigentlich der Vergangenheit anzugehören.

Bis der Ausrichterverband CONCACAF vor einigen Jahren augenscheinlich sein Faible für autoritär regierte Golfstaaten mit Sportswashing-Kampagnen entdeckte: Nach 16 Jahren ohne Gastland nahm 2021 und 2023 der Wüstenstaat Katar am Gold Cup teil, in diesem Jahr durfte mit Saudi-Arabien ein weiteres WM-Gastgeberland mitmischen. Zufälligerweise auch noch eines, dessen Staatsfonds seit dem vergangenen Jahr die CONCACAF sponsert.

Für besonders glückliche Gesichter dürfte das Abschneiden des Nationalteams in Saudi-Arabien allerdings nicht gesorgt haben. Nachdem die Mannschaft die Gruppenphase mit vier Punkten und 2:2 Toren noch überstanden hatte, war im Viertelfinale mit einem 0:2 gegen haushoch überlegene Mexikaner Schluss.

Top: Die Bedeutung für kleinere Nationen

In Ländern wie der Dominikanischen Republik, in denen die meisten Menschen sich primär anderen Sportarten wie Baseball widmen, bietet der Gold Cup eine enorme Chance für die fußballerische Entwicklung. Bei kleineren und schon jetzt fußballbegeisterten Staaten sorgt derweil jedes Tor für Euphorie und Partystimmung: In Guatemala, Honduras oder Costa Rica etwa fieberten Millionen Menschen vor den Fernsehern zu Hause, in Bars oder auf öffentlichen Plätzen mit - und bejubelten die Siege ihrer Mannschaften wie einen eigenen Turniergewinn.

Flop: Die leeren Stadien

So groß die Aufmerksamkeit für den Gold Cup in vielen Ländern auch war, als so enttäuschend stellte sich die Resonanz im Gastgeberland USA heraus. Die Einschaltquoten im US-amerikanischen Fernsehen waren zwar mehr als ordentlich, ein Gruppenspiel des Gold Cups besuchten aber im Durchschnitt gerade einmal 19.000 Zuschauer - beim vorherigen Turnier vor zwei Jahren waren es noch über 28.000.

Denkbar sind hierfür mehrere Gründe: Das politische und gesellschaftliche Klima in den Vereinigten Staaten könnte gerade Menschen aus Lateinamerika von einer möglichen Reise zu dem Turnier abhalten. Oder aber - und das könnte sich tatsächlich abzeichnen - der Gold Cup verliert im Vergleich zu anderen Wettbewerben zusehends an Relevanz.

Denn erst im Jahr 2019 hatte die CONCACAF neben dem Gold Cup eine neue "Nations League" ins Leben gerufen, bei der ebenfalls nord- und mittelamerikanische Teams gegeneinander antreten. Dazu kommt in diesem Jahr auch noch die ebenfalls in den Vereinigten Staaten stattfindende und für die Spieler deutlich lukrativere Klub-WM.

So mussten die USA beim Gold Cup ohne ihre beiden Stars Timothy Weah und Weston McKennie auskommen, die bei der Klub-WM mit Juventus Turin bis ins Achtelfinale kamen. Und Mexiko standen gleich sechs potenzielle Nationalspieler nicht zur Verfügung, weil diese mit Monterrey und Pachuca beim teilweise parallel stattfindenden Wettbewerb ums Weiterkommen kämpften.