Letztes Karriere-Spiel auf der Bank?
Nur noch ein letztes Mal Aufwärmen, ein letztes Mal raus auf den Platz, ein letztes Mal Klatschen vor der eigenen Fankurve. "Irgendwann kommt's", sagte Hummels vor dem letzten Spiel seiner Profi-Karriere in einer ZDF-Dokumentation. "Ich kann das ja nicht verhindern, indem ich davonlaufe und es erst in drei Jahren habe."
Schon daraus lässt sich ableiten: So wirklich gerne hört der Weltmeister von 2014 nicht auf. "Es wird ein Riesenproblem für mich", sagt er über das Loch, in das viele Profis nach dem Ende ihrer aktiven Laufbahn fallen. Auch Hummels sorgt sich darum. "Mir macht Fußball spielen per se Spaß", erklärt er.
Und trotzdem muss es sein. Das Profi-Leben gehe mit nun 36 Jahren nicht mehr spurlos an ihm vorbei, seine Prioritäten haben sich verschoben. Seinen Sohn, sagt Hummels in der Dokumentation, habe er teils acht Wochen am Stück nicht gesehen. "Das ist zu viel", sagt Hummels. "Das will ich nicht, für mich nicht, für ihn nicht." Die vielen Reisen seien "Opfer, die ich nicht mehr bringen will." Nach dem Ende der Saison gehe es deshalb zurück in seine Heimatstadt München "und dann ins Elterndasein".
Davor wartet aber noch ein nicht unerhebliches Spiel. Die AS Rom befindet sich vor dem letzten Spieltag der Serie A auf Platz 5 mit 66 Punkten eingequetscht zwischen dem Vierten Juventus (67 Punkte) und dem Sechsten, dem Stadtrivalen Lazio (65 Punkte). Champions League, Europa League, Conference League - alles noch drin. Hummels werden beim finalen Auswärtsspiel beim FC Turin (Sonntag, 20.45 Uhr, LIVE! bei kicker) also nicht die Schlagzeilen gehören.
Womöglich wird er nicht einmal mehr zum Einsatz kommen. Die letzten sechs Spiele verbrachte Hummels allesamt über 90 Minuten auf der Bank. Und da es für die Roma noch um viel geht, ist abhängig vom Spielverlauf nicht ausgeschlossen, dass Chefcoach Claudio Ranieri ihn auch in Turin nicht einsetzt. Es wird wohl ein Abschied durch die Hintertür - zumal der bei den Roma-Fans populäre Ranieri ebenfalls vor seinem letzten Spiel für den Verein steht, auch er wird den Klub verlassen. Und zumindest in Italien wohl mehr im Fokus stehen als Hummels.
Groß in Erinnerung bleiben wird das letzte Spiel von Hummels' großer Karriere also nicht - außer es wird gar nicht das letzte Spiel. "Zu 100 Prozent ist nie etwas ausgeschlossen", sagt der Innenverteidiger über einen möglichen Rücktritt vom Rücktritt, "aber es ist extremst unwahrscheinlich."