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Härtetest gegen rachedurstiges PSG - Musiala vor Startelf-Comeback

kicker

Von der Klub-WM aus Atlanta, Georgia, berichtet Georg Holzner

Das Dach des Mercedes Benz Stadiums in Atlanta wird geschlossen sein, wenn der englische Referee Anthony Taylor das Viertelfinale zwischen dem FC Bayern und Paris St. Germain, um 12 Uhr Ortszeit (18 Uhr MESZ), anpfeift. Die Temperaturen bewegen sich für die Münchner dann am Samstag erstmals bei diesem Turnier um die 20, 22 Grad Celsius, nicht wie in den ersten vier Partien jenseits der 30. Beste Fußballbedingungen also diesmal - passend für dieses Event, für dieses Topspiel.

Das Team von Trainer Vincent Kompany scheint gerüstet zu sein für die größte Prüfung seit dem Champions-League-Viertelfinale gegen Inter Mailand (1:2, 2:2). Unter anderem, weil es gute Nachrichten aus der medizinischen Abteilung gibt. Bis auf den angeschlagenen Min-Jae Kim (Achillessehnenprobleme) steht die gesamte Mannschaft fit zur Verfügung, sofern beim Abschlusstraining an diesem Freitag nichts mehr Unvorhergesehenes passiert. Anders bei PSG. Fabian fehlte am Donnerstag bei den Franzosen aufgrund eines leichten grippalen Infekts. Dafür aber könnte Ousmane Dembelé, der aufgrund einer Oberschenkelverletzung die Gruppenphase verpasst hatte und beim 4:0 gegen Inter Miami in der 62. Minute sein Comeback gab, wieder ein Kandidat für die erste Elf sein.

Barcola: "Das könnte ein guter Moment sein, um uns bei Bayern zu revanchieren"

Die Pariser Offensive ist zwar auch ohne ihn stark besetzt, dennoch war der Ex-Dortmunder der überragende Spieler der abgelaufenen Saison. Seine Rückkehr wäre gewiss keine Schwächung, zumal der 28-Jährige noch etwas gutzumachen hat gegen die Bayern. Als PSG und die Münchner im November in der Ligaphase der Champions League aufeinandertrafen, sah Dembelé in der 57. Minute die Gelb-Rote Karte. Bayern gewann mit 1:0.

Da war das PSG noch nicht das PSG, das später nach Jahreswechsel die Königsklasse dominiert und den Titel in der Münchner Allianz Arena geholt hat. Entsprechend heiß ist das Team von Trainer Luis Enrique auf das Wiedersehen mit den Bayern. "Das könnte ein guter Moment sein, um uns bei Bayern zu revanchieren", sagte beispielsweise Bradley Barcola, der von Max Eberl umworbenen Flügelspieler, der in diesem Sommer jedoch wohl nicht zum Verkauf steht. Der 22-Jährige sah sein Team damals nicht in bester Verfassung, meint deshalb: "Wenn wir so spielen (wie gegen Inter Miami, Anm. d. Red.), sind wir meiner Meinung nach nicht zu stoppen."

Die Münchner hingegen sehen genau darin den Vorteil, dass sie PSG bereits geschlagen haben und daher wissen, was auf sie kommt. Neben einer enormen Poweroffensive, wie das jüngste 4:0 gegen Lionel Messi und Co. sowie das Champions-League-Finale gegen Inter Mailand (5:0) gezeigt haben, eine unheimlich gut abgestimmte Balance mit der Defensive. Das zentrale PSG-Mittelfeld versteht es, den Ball in den eigenen Reihen zu halten; ebenso gut, dem Gegner den Ball zu überlassen und die Räume zu verengen, um dann brandgefährlich und wieselflink umzuschalten.

Musiala vor Startelf-Comeback

Die Münchner hingegen haben bewiesen, dass sie abgesehen von dem vercoachten Ausrutscher gegen Benfica (0:1), den sich PSG gegen Botafogo (0:1) geleistet hat, nicht weniger gefährlich sind. Vor allem effizient. Das sicherlich nicht zu unterschätzende Flamengo hatte mehrmals am zwischenzeitlichen Ausgleich geschnuppert, Bayern aber - auch dank eines sich in Topform befindenden Manuel Neuers - hielt Stand und konnte in den richtigen Momenten nachlegen. Im Abwehrzentrum scheinen sich Dayot Upamecano und Jonathan Tah gefunden zu haben; das Mittelfeldzentrum mit Joshua Kimmich und Leon Goretzka (oder Aleksandar Pavlovic) kennt sich lange; und der Angriff um Michael Olise und Harry Kane macht vorne den Unterschied.

Olise hatte, so sagte FIFA-Direktor Arsene Wenger jüngst, "die besten Werte der Gruppenphase", erzielte unter anderem das wichtige Siegtor gegen Boca Juniors. Kane indes war gegen Flamengo zur Stelle. Und jetzt soll noch Jamal Musiala vor seinem Startelf-Comeback stehen. Gute Vorzeichen also für den deutschen Rekordmeister, da auch der ausgewechselte Kingsley Coman fit ist und keine Verletzung davongetragen hat.

Wieder mit Laimer und Stanisic auf außen?

Die einzig - offensichtliche - Schwachstelle war die Außenverteidigung. Links mit Raphael Guerreiro und rechts mit Sacha Boey. Diese Defizite aber hat Trainer Kompany korrigiert, indem er mit dem konstant abliefernden Konrad Laimer Boey ersetzte, und Josip Stanisic für Guerreiro brachte. An dieser Konstellation dürfte sich für Samstag im Normalfall nichts ändern.

Es ist also angerichtet: Der FC Bayern fordert das beste Team Europas. Neuer trifft auf Gianluigi Donnarumma, Kane auf Dembelé, Olise auf Barcola. Das ist nicht mehr und nicht weniger als die Fußball-Elite - und damit ein Viertelfinale der besonderen Art bei dieser Klub-Weltmeisterschaft.