64 Minuten war die Hessenliga-Saison 2025/26 alt, als ein Akteur wieder jene Bühne betrat, auf der er in der Vergangenheit schon oft glänzen konnte: Jemal Kassa ist zurück beim Hünfelder SV und konnte nach seiner Einwechslung am 1. Spieltag direkt einen Sieg bejubeln. Mit 3:1 behielten die Osthessen die Oberhand über den KSV Baunatal.
"Jemal ist ein Ausnahmespieler, den wir zu alter Stärke zurückbringen wollen", sagt HSV-Trainer Johannes Helmke über den Rückkehrer, der zuletzt in der Regionalliga Südwest für den FC Gießen auflief und nun wieder in der Rhönkampfbahn wirbeln soll - so wie in der Spielzeit 2023/24, als dem Techniker 20 Tore in 29 Einsätzen gelangen.
Gute Kaderbreite
Neben Kassa sind Andrei Boureanu (Borussia Fulda), Petr Paliatka (SV Steinbach), Sven Kemmerzell (ASV Rimpar), Jan-Niklas Herr (JSG Künzell) und die beiden ehemaligen Eiterfelder Boas Kümmel und Bartosz Witkowski neu in Hünfeld. "Sehr zufrieden" ist Helmke mit seinem Aufgebot: "Wir sind in der Breite und Tiefe ordentlich aufgestellt. Diesen Kader brauchen wir auch, um in dieser sehr starken Hessenliga bestehen zu können."
Ersetzen muss er unter anderem Kevin Krieger, den es zu Verbandsliga-Aufsteiger SV Hofbieber gezogen hat, sowie Kapitän Benedikt Kaiser (Karriereende). Innenverteidiger Marcel Dücker, vorher Vizekapitän, führt die Elf aufs Feld; sein Stellvertreter ist Maximilian Fröhlich, der im Vorjahr mit 15 Treffern erfolgreichste HSV-Akteur.
„Wir haben eine gute Bank und können Qualität von außen bringen, die ein Spiel verändert.“ (Marcel Trägler)
Ebenfalls für Tore soll Marcel Trägler sorgen. Der Stürmer war mit seinem Doppelpack der Matchwinner am ersten Spieltag. Zuvor hatte Max Vogler Hünfeld in Führung gebracht, ehe Jonas Springer zwischenzeitlich für die Gäste ausgleichen konnte. "Die Anspannung vor dem ersten Spiel ist immer groß. Das war in der Mannschaft zu spüren - und Baunatal ist ein unangenehmer Gegner", erklärt Trägler. Vor allem die Leistung in der zweiten Halbzeit sieht der ehemalige Bad Sodener als Beleg für das Niveau des Kaders: "Ich glaube, dass er stärker als im Vorjahr ist. Das wird sich im Laufe der Saison auch zeigen. Wir haben eine gute Bank und können Qualität von außen bringen, die ein Spiel verändert."
Im Mittelfeld der Tabelle landete Hünfeld 2024/25. Trainer Helmke, der sich in seiner sechsten Serie als HSV-Chefcoach befindet, gibt als Ziel die Weiterentwicklung der Mannschaft an, in einer "deutlich aufgewerteten Liga". Unter anderem solle sein Team variabler im Aufbau werden: "Wir wollen nicht auf der Stelle treten. Ob das auch vom Tabellenplatz her funktioniert, müssen wir sehen." Zufrieden war der 39-Jährige sowohl mit der Vorbereitung als auch dem Start: "Es war wichtig, das erste Spiel positiv zu gestalten. Das haben wir gegen eine etablierte Mannschaft wie Baunatal geschafft."
Immer am Limit arbeiten
Als zweitältester Akteur im Kader will Trägler weiterhin vorangehen. "Natürlich wird man als Stürmer an Toren gemessen. Aber: Ob auf dem Feld oder von draußen - ich möchte dem Team helfen." Nach dem erfolgreichen Auftakt trifft Hünfeld als Nächstes auf den VfB Marburg (9. August) und Neuling CSC Kassel (17. August), ehe Meister FSV Fernwald in die Rhönkampfbahn kommt (22. August). "Wir müssen in jedem Spiel unser Bestes abrufen", betont Trägler: "Egal, ob es gegen einen Aufsteiger oder Eintracht Frankfurt II geht - sonst wird es schwierig."
Einen Wechsel hat es 2025 unterdessen an der Spitze des Vereins gegeben. Nach 28 Jahren gab Lothar Mihm den Führungsposten ab. Der ehemalige 1. Vorsitzende ist nun Ehrenvorsitzender. Sein Nachfolger ist Fußball-Abteilungsleiter Mario Rohde.