In der Länderspielpause durfte sich Charalampos Kostoulas endlich mal wieder austoben. Am Dienstag wurde der 18-Jährige im Testspiel der griechischen U 21 gegen Lettland (1:0) nach der Pause eingewechselt; vier Tage vorher war er mittendrin, als im EM-Qualifikationsspiel gegen Deutschland in Jena ein 3:2-Coup gelang. Mit einem anderen Deutschen tut sich Kostoulas bislang um einiges schwerer: Fabian Hürzeler, seinem Trainer bei Brighton & Hove Albion.
Der Premier-League-Klub hatte den Angreifer vor der Saison zu seinem teuersten Sommerneuzugang gemacht. Vereinsintern hatte bislang nur Georginio Rutter (2024 für ca. 45 Millionen Euro von Leeds United) mehr gekostet als Kostoulas, der für rund 35 Millionen Euro von Olympiakos Piräus kam und in der Heimat einen Rekord aufstellte: als teuerster Grieche der Fußballgeschichte. Entsprechend gespannt waren nicht nur die Fans in Brighton, was sie da bald zu sehen bekommen würden. Doch bislang sehen sie fast gar nichts.
Hürzeler wechselte Kostoulas in den Ligapokal-Spielen gegen die unterklassigen Oxford United (6:0) und FC Barnsley (6:0) im Laufe der zweiten Hälfte ein, in der Premier League noch nicht einmal das. Nachdem er an den ersten sechs Spieltagen nicht einmal zum Kader gehört hatte, saß er beim 1:1 in Wolverhampton kurz vor der Länderspielpause 90 Minuten auf der Bank. Es war zumindest ein kleiner Schritt nach vorne.
Nur Hürzeler entscheidet, wann Kostoulas "bereit" ist
Im Klub reagiert man gelassen auf Hürzelers behutsames Vorgehen, das mit dem 19 Jahre alten, für zwölf Millionen Euro aus Sunderland verpflichteten Flügelstürmer Tommy Watson noch einen zweiten Neuzugang betrifft. "Jeder junge Spieler entwickelt sich unterschiedlich schnell, und Fabian wird wissen, wann er diese Spieler einsetzen muss", erklärte Klubbesitzer Tony Bloom gegenüber englischen Medien. "Auch wenn wir manchmal für unsere Verhältnisse beträchtliche Summen für junge Spieler ausgeben, gibt es keinen Druck, dass sie sofort spielen müssen. Absolut nicht."
Kostoulas & Co. seien dann bereit für ihr Liga-Debüt, "wenn Fabian sie für bereit hält", betonte Bloom. "Wir haben einen sehr guten Kader, die Tiefe ist hervorragend. Das nimmt den Druck von uns." Brighton kann es sich nach der erfolgreichen Arbeit der vergangenen Jahre schlicht leisten. Auch bei Kostoulas besteht gewiss insgeheim die Hoffnung, ihn eines Tages für ein Vielfaches der 35 Millionen Euro weiterzuverkaufen.
Aktuell steht Hürzeler dennoch in der Pflicht zu liefern. Nach der ordentlichen Debütsaison mit Platz 8 ist eine Steigerung erwünscht, das Mitmischen im Kampf um die europäischen Plätze das Ziel. Mit neun Punkten nach sieben Spieltagen (2/3/2 bei 10:10 Toren) - drei weniger als ein Jahr zuvor - stehen die Seagulls vor dem Heimspiel gegen Tabellennachbar Newcastle am Samstag (16 Uhr) auf Platz 12. Kostoulas will dann wenigstens wieder zum Spieltagskader gehören.