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Jetzt zeigt Prass, was er kann

kicker

Er war gewissermaßen der Vorbote. Als erster traf Alexander Prass von der schnell stattlich anwachsenden Fraktion von Sturm Graz im Sommer 2024 im Kraichgau ein. Wenig später kamen erst Sportgeschäftsführer Andreas Schicker und dessen Vertrauter Paul Pajduch als Technischer Direktor vom Doublegewinner Österreichs nach, im November schließlich auch Cheftrainer Christian Ilzer und seine Assistenten Uwe Hölzl und Dominik Deutschl. Alle erlebten ein enorm schwieriges erstes Jahr in der deutschen Bundesliga, gerade soeben wurde der Klassenerhalt geschafft, immerhin war Prass auf seine Spielzeiten und insgesamt 23 Einsätze gekommen.

Neben Touré mit Campbell ein neuer Konkurrent

Doch schon Richtung Saisonende deutete sich an, dass ihm mit dem im Winter geholten Talent Bazoumana Touré ein ernster Konkurrent erwachsen würde. Das bewahrheitete sich in der laufenden Saison, in der der Ivorer bis zur seiner Abberufung zum Afrika Cup immer von Beginn an stürmte. Und auf dem für Prass ohnehin ungewohnten Platz als defensiver Linksverteidiger machte sich schnell Neuzugang Bernardo unabkömmlich. Entsprechend reduzierten sich die Einsatzzeiten für Prass.

"Die Rolle nicht akzeptieren, aber annehmen"

Zudem holte die TSG im Winter mit Cole Campbell aus Dortmund einen weiteren offensiven Linksfüßer, der sich bis Sommer als potenzieller Nachfolger Tourés bewähren soll. "Die Situation ist keine ganz leichte, du willst natürlich immer spielen", versicherte Prass gegenüber dem kicker bereits im Trainingslager im spanischen Girona, "man muss die Rolle annehmen, nicht akzeptieren, aber annehmen und das Beste draus machen."

Prass nutzt Tourés Abwesenheit

Gesagt getan. Schon zuvor hatte Prass den in Marokko weilenden Touré beim 0:0 in Stuttgart vertreten, aber nach dem vorzeitigen Aus und Tourés Rückkehr schien sich das Schaufenster für Prass schnell wieder zu schließen. Doch sowohl gegen Gladbach als auch nun gegen Leverkusen ließ Ilzer Prass in der Startelf und Touré auf der Bank. Beim 5:1 gegen die Borussia hatte Prass sein bislang bestes Spiel im TSG-Dress gemacht. Und durfte auch am Samstag gegen Bayer ran.

Erstes Tor für die TSG knapp verpasst

"Weil er sich das durch das Mittwochspiel auch verdient hatte", erläuterte Ilzer, "hätte er nicht mit Krämpfen zu kämpfen gehabt, hätte ich ihn auf keinen Fall rausgenommen." Denn auch gegen Leverkusen bewies Prass seine Qualitäten und bestach mit enormer Dynamik und Entschlossenheit, fügte sich auch nahtlos ins Kombinationsspiel ein. Nur im Abschluss offenbarte der 24-Jährige Defizite, sonst hätte er bei seiner Großchance gegen Bayer das vorentscheidende 2:0 erzielen können. Doch mit dem schwächeren rechten Fuß schoss er nach Coufals abgewehrtem Versuch im Nachschuss über das Tor.

"Stand jetzt, ziehe ich es durch"

"Alex hat es richtig gut gemacht" lobte dennoch Ilzer, "es war wichtig, dass wir diese Seite gut kontrolliert haben und wir defensiv ein gut platziertes Duo hatten. Bazou hat natürlich nach vorne enorme Qualitäten, war aber ein bisschen aus dem Rhythmus, wir werden ihn schon wieder auf Trab bringen." Prass aber hat seinen Wert gerade gegen offensiv und spielerisch stärkere Gegner bewiesen, deshalb wird es spannend, für wen sich Ilzer am Samstag in Frankfurt gegen die konterstarke Eintracht entscheidet.

Prass hat jedenfalls gute Argumente für sich gesammelt, in seiner nach der Verpflichtung Campbells noch etwas kniffligeren Situation. "Mit mir hat keiner geredet, das hat für mich in keine Richtung etwas zu bedeuten, glaube ich", erklärte Prass in der Wintervorbereitung, "Stand jetzt, ziehe ich es durch." Zumal die TSG vor einer verheißungsvollen Zukunft zu stehen scheint.

"Man kann uns sehr viel zutrauen"

"Es ist sehr viel möglich, die Mannschaft hat sich sehr gut gefunden, dieser Spirit, von dem wir oft sprechen, ist wirklich sehr gut in der Mannschaft", betont Prass, "wir trauen uns sehr viel zu, und man kann uns auch sehr viel zutrauen. Aber wir haben auch gesehen und analysiert, dass in vielen Bereichen noch Luft nach oben ist. Daran müssen wir hart arbeiten."

Prass weiß schließlich aus eigener Erfahrung in Graz, was unter diesem Trainer so alles möglich ist. Mit diesen Startschwierigkeiten Ilzers in der Vorsaison hatte er nicht gerechnet. "Ich hatte auch davor gedacht, dass es gleich besser funktioniert, doch es war nicht so einfach", erklärt Prass, "aber sie haben im Sommer sehr gute Arbeit geleistet und mit guten Transfers die Mannschaft super zusammengestellt und auch die richtigen Reize gesetzt. Davor kann man nur den Hut ziehen."