Aus Kölns Trainingslager in La Nucia berichtet Jim Decker
Am Freitagabend bricht der 1. FC Köln in Richtung Memmingen auf. Aus dem Trainingslager an der spanischen Costa Blanca geht es direkt nach Süddeutschland, wo der Aufsteiger am Samstagnachmittag auf den 1. FC Heidenheim trifft. Jahmai Simpson-Pusey wird dann erstmals im Spieltagskader der Geißböcke stehen, vorerst aber bleibt es der einzige Winter-Zugang. Das bedeutet aber nicht, dass keine weiteren Folgen - im Gegenteil.
"Ich glaube, dass wir grundsätzlich die Qualität in der Mannschaft haben, gut in das Jahr zu starten", findet Sportdirektor Thomas Kessler, kündigt aber auch an: "Wir haben gesagt, dass wir die ein oder andere Anpassung im Kader vornehmen - was auch an der Verletzungssituation liegt." Mit Timo Hübers, Luca Kilian (beide Knieverletzung) fallen ja zwei Verteidiger langfristig aus. Dazu kommt Joel Schmied, dessen Muskelverletzung im Oberschenkel sich als langwieriger als gedacht herausgestellt hat, und der womöglich erst im Februar wieder eingreifen kann.
Eine "hohe Grundqualität" beim Neuen
Simpson-Pusey könnte da Abhilfe schaffen. "Jetzt konnten wir zumindest mal einen Spieler hinzuholen, der uns eine weitere Option bietet", erklärt Kessler, bricht aber eine Lanze für den bestehenden Kader: "Wir sind total überzeugt von der Qualität, die wir hier haben. Wir haben eine sehr ordentliche Bundesliga-Mannschaft, die schon unter Beweis gestellt hat, dass sie in der Lage ist, hintereinander zu punkten. Das stimmt mich sehr zuversichtlich für den Rest der Saison."
Gerade Simpson-Pusey, der von Manchester City ausgeliehen wurde und zuvor ein halbes Jahr lang im Kader von Celtic Glasgow stand, habe "eine hohe Grundqualität - gerade mit dem Ball". Ein Element, das in der letzten Reihe zuletzt etwas fehlte. "Natürlich ist es ein Transfer, der in der Kategorie Talent einzuordnen ist", betont Kessler, stellt aber auch klar: "Er hat seine Qualität aber auch schon auf höchstem Niveau unter Beweis gestellt."
Es muss nicht bei Simpson-Pusey bleiben
Dass es in Sachen Winter-Transfers nicht nur beim 20 Jahre alten englischen U-Nationalspieler bleiben muss, ist für den 39 Jahre alten Ex-Profi aber genauso klar wie Trainer Lukas Kwasniok. "Wenn wir das Gefühl haben, wir müssen nachlegen und die Tür geht auf, machen wir das", betont der Coach. "Der Transfermarkt bewegt sich noch, es kommt jetzt ein bisschen Fahrt rein", schildert Kessler und umreißt das gesuchte Profil für weitere Verpflichtungen: "Spieler, die bei vermeintlich besseren Klubs mit besseren finanziellen Möglichkeiten nicht zum Einsatz kommen, suchen mit Blick auf eine Weltmeisterschaft für die Rückrunde Spielpraxis. Das ist unser Zielmarkt."
Mit solchen Spielern habe man auch schon "vernünftige Gespräche" geführt. Kesslers Wunsch: "Wir schauen uns um, wie wir den Kader noch optimieren können." Dazu gehören allerdings auch Abgänge. "Ich würde nicht ausschließen, dass uns noch Spieler verlassen werden."
In der anstehenden Englischen Woche mit den drei Partien in Heidenheim und daheim gegen Bayern und Mainz dürfte es Fingerzeige für diejenigen geben, die in Köln eher keine Zukunft mehr haben. "Spieler bei uns werden sich auch ganz genau anschauen, was in den ersten Wochen hier passiert. Dann werden wir sicherlich das ein oder andere Gespräch führen." Und darin womöglich dem einen oder anderen Profi einen Wechsel nahelegen.