Die Rolle rückwärts kommt nach den Aussagen vom Sonntag überraschend, ist aber nachvollziehbar. Kaua Santos konnte der Mannschaft in den vergangenen Wochen keine Sicherheit verleihen, patzte zudem in Gladbach und in Freiburg. Offensichtlich erfolgte die Rückkehr ins Tor nach dem im April erlittenen Kreuzbandriss zu früh. Der im Sommer aus Bremen verpflichtete Michael Zetterer hatte bis Mitte September zuverlässig gehalten und auch im Spielaufbau einen guten Eindruck hinterlassen.
Kaua Santos fehlt die Leichtigkeit
"Michael Zetterer wird im Tor stehen. Die Entscheidung haben wir nach dem einen oder anderen Austausch getroffen. Warum? Weil wir den Eindruck haben, dass es für Kaua wichtig ist, noch mal einen Schritt zurückzumachen. Es ist sehr viel auf ihn eingeprasselt", begründet Toppmöller den Entschluss. Der Trainer hofft, dass der Brasilianer seine "Leichtigkeit und Lockerheit" zurückgewinnt, indem er nun erst mal aus dem Scheinwerferlicht heraustritt.
"Wir werden auch andere Spieler enttäuschen müssen, in solchen Spielen will natürlich jeder in der Startelf stehen. Deswegen sind sie Fußballer geworden. Sie wollen zeigen, dass sie auf genau solche Abende richtig Bock haben. Es wäre ja der Wahnsinn, wenn sich der Spieler über so eine Info freuen würde", zeigt Toppmöller Verständnis für die Enttäuschung beim Keeper. Er glaube aber auch, dass Kaua Santos die Entscheidung mit etwas Abstand etwas besser nachvollziehen könne.
Zetterer nicht nur gegen Liverpool im Tor
Abgeschrieben ist der 22-Jährige ohnehin nicht. "Jetzt gerade ist der Moment, diesen Schritt zurückzumachen, alles zu verarbeiten und einen neuen Anlauf zu nehmen", sagt Toppmöller. Es ist zu erwarten, dass Zetterer mindestens bis zur nächsten Länderspielpause im November im Tor bleibt. Toppmöller: "Wir werden kein Hop-on-Hop-off-Spiel machen. Mit Zetti werden wir morgen ins Spiel und in die nächsten Wochen gehen."
Grundsätzlich handele es sich im Tor um eine "Luxussituation", betont der Trainer: "In der letzten und auch in dieser Saison haben wir drei Top-Torhüter." Zetterer habe zu Saisonbeginn eine "extreme Ruhe ausgestrahlt" und sei auch mit dem Ball "sehr gut" gewesen. Gegen Liverpool werden sich dem 30-Jährigen sicherlich einige Gelegenheiten bieten, um sich auszuzeichnen.