"Einfacher Job" für Corboz
Zweifellos ist es die Expertise, die diesen Mann Erfolg haben lässt. Aber wohl auch sein Hang zum Humor. "Er bringt die Witze immer in den komischsten Momenten", sagt Arminia Bielefelds Kapitän Mael Corboz über seinen Trainer Mitch Kniat, der selbst in den angespanntesten Situationen in der Lage ist, ein Lächeln in die Gesichter seiner Spieler zu zaubern. Corboz, immerhin mit 30 Jahren schon ziemlich erfahren und seit über zwei Jahren an Kniats Seite, gesteht: "Er überrascht mich immer wieder."
Irgendwie gehört für ihn immer der Spaß dazu. "Und eine gewisse Lockerheit", sagt Kniat selbst und fügt schon einmal an, dass sich die Marschroute auch nun, im großen Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart, nicht ändern wird. "Da müssen wir erst recht mit Spaß und Lockerheit an die Sache herangehen, um auf dem Platz nicht nur zu staunen."
Außerhalb des Platzes will der 39-Jährige auch ernstere Worte finden. Das Pokalfinale in Berlin ist für jeden seiner Spieler das absolute Highlight der bisherigen Karriere, vielleicht sogar sportlich der größte Tag im Leben. Aber nicht alle können spielen - einigen bleibt, vielleicht für die gesamte Partie, nur die harte Bank. "Ich muss es den Spielern erklären", weiß Kniat, der aber keinen Zweifel daran hat, dass die größte Tugend, die die Mannschaft bis zum Meistertitel in der 3. Liga trug, auch in Berlin zum Vorschein kommen wird: der Zusammenhalt.
"Ich sehe die Einwechselspieler als Gamechanger"
Personell kann der künftige Zweitligist aus dem Vollen schöpfen. Alle Akteure aus dem Spielerkreis sind einsatzfähig. Auch die zuletzt angeschlagenen Joel Grodwoski und Noah Sarenren Bazee, die mit leichteren Blessuren nur vorsichtshalber in den vergangenen Tagen etwas kürzergetreten hatten. Damit ergibt sich für Kniat die Qual der Wahl.
"Ich sehe die Einwechselspieler als Gamechanger", sagt der Coach. "Wir haben ganz viele Spiele von der Bank gewonnen. Von dort kam oft noch einmal eine ganz andere Wucht auf den Platz." Im Olympiastadion werde das auch wieder der Fall sein. "Wir sind als Team, als Mannschaft, als ganze Stadt hierhergekommen - als Arminia." Und das, um das Spiel nicht nur zu bestreiten, sondern zu gewinnen. "Es wird gegen den VfB sicher auch irgendwelche Phasen geben, die es zu überstehen gilt. Und dann müssen wir unsere Torchancen nutzen, ich glaube, darauf kommt es an."
Arminias Bank macht in der Kabine Stimmung
Für Kapitän Corboz ist die Kraft des gesamten Kollektivs bei den Ostwestfalen derweil schon fast selbstverständlich. "Wer einmal einen Tag bei uns in der Kabine dabei wäre, würde sehen, dass gerade die Jungs, die nicht immer von Anfang an dabei sind, die meiste Stimmung machen. Wir haben diesen Zusammenhalt und diese Intensität, die zu unseren Erfolgen führen. Da hatte ich besonders in dieser Woche einen einfachen Job und musste ich nicht viel anführen. Alle 20 Mann waren hoch motiviert dabei."