Aus Atlanta berichtet Matthias Dersch
Zwei Tage noch logiert Borussia Dortmund bei der Klub-WM im Teamquartier in Fort Lauderdale. Dann bricht der Klub seine Zelte in Florida ab und reist weiter nach New York, wo am 17. Juni mit einem 0:0 gegen den brasilianischen Klub Fluminense die Reise ins Unbekannte bei diesem reformierten Turnier begann. Dass sie dort auch endet - genauer im MetLife-Stadium im benachbarten New Jersey -, das steht bereits fest. Nur wann, das ist die große Frage, auf dessen Antwort die Mannschaft von Trainer Niko Kovac aktiv Einfluss nehmen kann.
Kovac: "Ich bin stolz auf die Jungs"
Am kommenden Samstag spielt der BVB hier das Viertelfinalspiel gegen Real Madrid. Auch das Halbfinale, das am 9. Juli gegen den Sieger der Partie zwischen dem FC Bayern und Paris Saint-Germain stattfinden würde, und das Finale finden im Final-Stadion der großen WM 2026 statt. In der Stadt, die niemals schläft, können also auch für Borussia Dortmund Träume in den Himmel wachsen - zumal das Soll bereits übererfüllt ist. Mit mehr als dem Achtelfinale hatte niemand bei der Borussia kalkuliert. Alles, was nach dem 2:1-Sieg über CF Monterrey noch kommt, ist ein Bonus. Sportlich wie finanziell.
"Ich bin stolz auf die Jungs", lobte Kovac seine Mannschaft und blickte auf die kommende Aufgabe voraus: "Das Turnier nimmt jetzt an Fahrt auf. In New Jersey wird die Bude sicher voll sein. Das ist das, was wir wollen. Davon träumst du als Junge, wenn du anfängst. Ich bin glücklich, dass wir das geschafft haben."
Das Turnier stellt neue Anforderungen an die Klubs
Mindestens drei Wochen lang wird der 53-Jährige mit seiner Mannschaft am Stück zusammen in den USA sein. Im Falle eines Finaleinzugs sogar mehr als vier Wochen. Es ist eine ungewöhnliche lange Zeit für eine Vereinsmannschaft, die es anders als die Nationalteams nicht gewohnt ist, im Sommer über mehrere Wochen an einem Turnier teilzunehmen. Die reformierte Klub-WM stellt dahingehend neue Anforderungen an die Klubs, bietet aber auch neue Chancen.
"Es ist eine Besonderheit, dass wir so lange zusammen sind. Da muss man einen gesunden Mix finden, wie viel man mit den Jungs zusammen ist und wie viel man frei gibt", sagte Kovac über die Herausforderungen, die er als Nationaltrainer Kroatiens bereits kennenlernen konnte. "Die Jungs sehen, dass man nur als Team erfolgreich sein kann. Wenn man stark sein will, dann muss man zusammen auftreten, als würde man eine Faust bilden."
Neue Inhalte stehen in der Vorbereitung auf dem Plan
Inhaltlich kann Dortmunds Trainer nur bedingt mit seinem Team arbeiten. Aufgrund des straffen Turnier-Zeitplans und der vielen Reisen. Aber auch aufgrund der hohen Temperaturen, die lange Trainingseinheiten unmöglich machen. Es gilt für den BVB daher in den USA eher, das bereits Gelernte zu verfestigen, als neue Elemente zum eigenen Spiel hinzuzufügen. Diese Inhalte, sagte Kovac, stünden erst in der Vorbereitung zur neuen Saison auf dem Lehrplan.
Lernen können die Dortmunder dennoch einiges. Etwa, dass man Spiele auch anders gewinnen kann als mit der feinen Klinge. "Die Jungs haben sich in das Turnier reingebissen und auch in das Spiel heute", sagte Kovac am Dienstagabend. "Das gefällt mir, denn man kann nicht immer jedes Spiel dominieren, man muss es auch mal kämpferisch lösen."
"Ein Fingerzeig" bei der Klub-WM
Der bisherige Erfolg bei der Klub-WM solle dahingehend "ein Fingerzeig" sein für die neue Saison, merkte Kovac an. "Denn da müssen wir hin." New York ist nur eine Zwischenstation. Wenn auch eine, die viel Fantasie und reichlich Möglichkeiten bietet.