Im Kurztrainingslager im spanischen Girona genossen die Hoffenheimer Profis ideale Platzverhältnisse, nun wartet beim Restart in die Liga am Samstag in Bremen womöglich ein ganz anderes Geläuf. Trotz der Winterkapriolen vor allem im norddeutschen Raum steht dem Duell mit Werder nach derzeitigem Stand nichts im Wege, ließ die TSG wissen.
Ilzer: "In Österreich ist man Schnee gewöhnt"
Der Trip in den Süden "hat sich absolut gelohnt, wir hatten super Bedingungen und perfekte Rasenverhältnisse, wir haben auch inhaltlich alles durchgebracht", versichert Trainer Christian Ilzer, "auch den Ausfall des Testspiels gegen Heerenveen haben gut kompensieren können mit einer herausfordernden internen Einheit. Die Mannschaft hat eine enorm hohe Intensität abgeliefert, das war der Schwerpunkt, unser Spiel in die Beine und in die Köpfe zurückbringen und auch inhaltlich wieder auf dem Level zu sein, auf dem wir vor Weihnachten waren. Auch für den Teamgeist war das wertvoll."
Am Samstag dürfte es in Bremen allerdings deutlich ungemütlicher werden. "Wir müssen uns auf die Bedingungen einstellen, je nachdem, wie der Platz morgen aussieht. Aus Österreich ist man Schnee und gewöhnt mit solchen Bedingungen umzugehen", versichert Ilzer, "ich habe in Österreich schon 30 Zentimeter Neuschnee über Nacht erlebt, das war trotzdem kein Problem zu spielen. Ich hoffe, dass es während des Spiels nicht zu stark schneit und es die Platzverhältnisse beeinflusst, sonst wird der Faktor Zufall nach oben geschraubt."
Kramaric kann Soldo überholen
Mit dem Gegner haben die Kraichgauer sich noch in der Sommervorbereitung gemessen und Werder dabei mit zwei unterschiedlichen Formationen klar beherrscht, nun aber komme "eine gefährliche Mannschaft auf uns zu", ahnt Ilzer, "eine Mannschaft die ihre Qualitäten hat, ein Gegner, der an der Systematik nachjustiert und an Kompaktheit gewonnen hat, was sie im Konterspiel noch gefährlicher macht. Wir haben großen Respekt vor Bremen, sie machen ihre Sache richtig gut, sie haben auch ein sehr emotionales Stadion, das wird eine ganz schwierige Aufgabe."
Neben dem erneut verletzten Adam Hlozek muss der 48-Jährige auch auf den gelbgesperrten Verteidiger Albian Hajdari verzichten, daher dürfte diesmal Ozan Kabak an der Seite von Robin Hranac beginnen. In Stuttgart hatte den noch immer beim Afrika Cup weilenden Bazoumana Touré der Österreicher Alexander Prass links vorne vertreten, diesmal könnte auch Andrej Kramaric beginnen, dann wohl als Zehner in einem 4-4-2. Der Routinier steht am Samstag vor einer weiteren Bestmarke. Wie sein Landsmann Zvonimir Soldo hat auch der 34-Jährige bislang 301 Ligaspiele auf dem Konto und könnte den früheren Stuttgarter überholen und sich an die Spitze der Kroaten mit den meisten Bundesligaspielen setzen.
Erste Einsatzminuten für Campell?
Mit dem aus Dortmund geholten Sprinter Cole Campbell haben die Kraichgauer zudem eine weitere Option. "Er hat einfach das Profil, das wir gesucht haben, er bringt Schnelligkeit und Tiefgang, aber auch eine gute Lösungskompetenz in Eins-gegen-eins-Situationen mit", erläutert Ilzer, "ein ähnliches Profil wie Bazoumana Touré, das wollten wir in einer zweiten Variante haben. Gut möglich, dass er in der englischen Woche schon erste Einsatzminuten bekommt."