Aus Kölns Trainingslager in La Nucia berichtet Jim Decker
Lukas Kwasniok schien fast ein wenig überrascht zu sein, als er am Donnerstag seinen Trainingslager-Gewinner nennen sollte. "Irgendwas muss im Silvester-Gala-Menü gewesen sein", sagte der Trainer des 1. FC Köln. Und: "Es hat ihm sehr gut getan." Gemeint war Alessio Castro-Montes, der bislang eher eine der Transfer-Enttäuschungen des vergangenen Jahres war. Nur vier Einsätze absolvierte der 28-Jährige, richtig überzeugen konnte er nie. Bis jetzt.
"Er ist gekommen, da war die Vorbereitung rum", erklärte Kwasniok den etwas schwierigen Start des auf den letzten Drücker von Union Saint-Gilloise geholten Belgiers. Und am Saisonstart lief es für den FC ja dann auch außerordentlich gut, während Castro-Montes' Einsätze "nicht ganz optimal" verliefen. Nun aber greift der Schienenspieler neu an, glaubt Kwasniok: "Er hat sich anscheinend vorgenommen, auch wenn es nur eine Woche war, diese zu nutzen."
Castro-Montes soll die Offensive beleben
Offenbar mit Erfolg. Im Test gegen Lugano (2:1) gehörte Castro-Montes zur ersten Elf, der Kwasniok erhöhte Chancen auf einen Startelfplatz beim Jahresauftakt gegen Heidenheim bescheinigte. Und auch Sportdirektor Thomas Kessler sieht seine Sommer-Verpflichtung im Aufschwung: "Alessio war sehr positiv, er hat es hier im Trainingslager gut gemacht und auch ein gutes Testspiel absolviert." Er attestiert dem spielstarken Belgier "einen deutlichen Sprung nach vorne", Coach Kwasniok findet: "Er scheint angekommen zu sein."
Mit Castro-Montes' Verpflichtung hatte sich der Aufsteiger im Sommer eine zusätzliche, eher spielerisch veranlagte Option für beide Außenbahnen dazugeholt. Einst sogar auf europäischem Parkett unterwegs, soll er in Angriffssituationen vermehrt Angriffe ins Zentrum hin auflösen. "Er hat eine gewisse Spielstärke und Kreativität von der Wingback-Position. Deswegen haben wir ihn verpflichtet", sagt Kwasniok, der allerdings zunächst meist ohne Castro-Montes auskam.
Nun könnte sich das ändern. Gerade im Spiel nach vorne krankte es beim FC zuletzt, Kwasniok ist auf der Suche nach Lösungen für die Offensive. Castro-Montes könnte ein Teil der Lösung sein. "Er hat die Woche genutzt, um positiv aufzufallen", lobt Kessler und fügt hinzu: "Ich würde mir wünschen, dass er das beibehalten kann. Ich glaube, dass er uns in einigen Elementen in unserem Spiel helfen kann." Den Beweis dafür kann er vermutlich schon gegen Heidenheim erbringen.