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Königliche Ehrung, große Träume: Jordanien bei WM-Premiere als Außenseiter

kicker

Stellt Argentinien den scheinbar übermächtigen Gegner in Österreichs WM-Gruppe dar, fällt Jordanien die Rolle des krassen Außenseiters zu. Es ist der vielzitierte Pflichtsieg, den Österreich zum Auftakt am 17. Juni (6 Uhr MESZ, LIVE! bei kicker) gegen den WM-Debütanten aus dem Nahen Osten erwartet. Der ist freilich höchst motiviert. Welche Bedeutung die sportliche Premiere für das 11-Millionen-Einwohner-Land hat, zeigte sich erst vor rund zwei Wochen.

Am 25. Mai, als Jordanien den 80. Jahrestag seiner Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich feierte, wurde die Nationalmannschaft in den Königspalast in Amman eingeladen. Dort verlieh König Abdullah II. den Spielern und Trainern, die die erstmalige WM-Qualifikation ermöglicht hatten, den Unabhängigkeitsorden erster Klasse. Die identitätsstiftende Rolle des Teams zeigt sich auch am Beinamen "Al Nashama". Am ehesten wird er mit "die Tapferen" oder "die Ehrenhaften" wiedergegeben.

Der sportliche Erfolg der jordanischen Kicker ließ allerdings lange auf sich warten. Ein erstes Ausrufezeichen setzte die Mannschaft bei der Asienmeisterschaft 2024. Dort stieß sie bis ins Finale vor, das sie mit 1:3 gegen Katar verlor. Auch beim Arab Cup erreichte Jordanien vor einem halben Jahr das Endspiel, zog gegen Marokko erst in der Verlängerung mit 2:3 den Kürzeren. Der schönste zweite Platz gelang jedoch in der WM-Qualifikation: Hinter Südkorea, aber vor Irak, Oman, Palästina und Kuwait sicherte sich Jordanien die direkte WM-Teilnahme.

Coach sieht "Horizont der Hoffnung"

In der WM-Qualifikation glänzten neben Mousa Al-Tamari auch Yazan Al-Naimat und Ali Olwan als regelmäßige Torschützen. Umso bitterer ist, dass letztere beide von Verletzungen ausgebremst wurden. Während Al-Naimat die WM verpassen wird, kehrte Katar-Legionär Olwan rechtzeitig auf den Platz zurück. Mit dem Ausfall des 20-jährigen Stürmers Ibrahim Sabra wenige Tage vor Turnierbeginn wurde Teamchef Jamal Sellami allerdings einer weiteren Offensiv-Option beraubt.

Die letzten Tests verliefen jedenfalls glücklos. Gegen die Schweiz setzte es ein 1:4, Kolumbien unterlag man mit 0:2. Der marokkanische Trainer Sellami blickt dennoch voller Optimismus auf die Premiere. Der 55-Jährige glaubt an ähnliche Sensationen, wie sie etwa Algerien beim Sieg über Deutschland 1982, Kamerun 1990 gegen Argentinien oder Senegal 2002 gegen Frankreich geschafft haben. "Diese Resultate eröffnen einen Horizont der Hoffnung und der Ambition für die Fans, sie dürfen träumen", erklärte Sellami, der sein Land 1998 als Spieler vertrat.

"Jordaniens Messi" verspricht harten Kampf

Seit seiner Amtsübernahme im Juni 2024 hat er eine gut strukturierte und disziplinierte Truppe zusammengeschweißt. Jordanien kommt ohne große Namen aus, mit einem Marktwert von geschätzten 20 Millionen Euro liegt man weit hinter Österreich (242 Millionen Euro). Der in Europa bekannteste Spieler ist Mousa Al-Tamari. Der 28-jährige Flügelspieler steht seit Februar 2025 bei Rennes unter Vertrag und kam in der abgelaufenen Saison auf sieben Tore und elf Assists. Manchmal wird er "Jordaniens Messi" genannt, seine Equipe lebt freilich von einer ganz anderen Stärke. "Kein Team kommt ohne Kampf an uns vorbei", versprach Al-Tamari.

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