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Leistner: Abräumer und "Akrobat"

kicker

Eigentlich hatte sich Toni Leistner im Stadion an der Kaiserlinde in Elversberg darauf eingestellt, dass er den Beginn des Duells der heimischen Sportvereinigung mit seinem Arbeitgeber Hertha BSC auf der Ersatzbank verbringen würde. Doch als der Innenverteidiger vor der Partie in der Kabine der Berliner vom stillen Örtchen zurückkehrte, ereilte ihn die Kunde, dass sein Kollege Marton Dardai wegen Hüftproblemen nicht spielfähig sei. Er habe sich schnell auf die neue Situation eingestellt, "und dann spiele ich meinen Stiefel runter", so der 35-Jährige.

Leistner spielte allerdings nicht nur seinen Stiefel runter. Bei seinem ersten Startelf-Einsatz im neuen Jahr war der routinierte Innenverteidiger bis auf einen Stellungsfehler zu Beginn der Partie im Kerngeschäft in der Defensive jederzeit souverän, gewann 100 Prozent seiner Zweikämpfe und sämtliche Kopfballduelle und war mit seiner schnörkellosen Konsequenz ein Anker im Spiel der Berliner.

Letztes Zweitliga-Tor vor mehr als fünf Jahren

Doch nicht nur das: Im Anschluss an einen Freistoß von Paul Seguin von der linken Seite traf Leistner mit einem Schuss unter das Tordach zum 3:0 und entschied damit die Partie zugunsten der Berliner. Mit seinem Treffer feierte Leistner eine Premiere. Im 77. Pflichtspiel für Hertha seit seinem Wechsel in die Hauptstadt gelang dem 1,90 Meter großen und 87 Kilo schweren Abwehrspieler das erste Tor. Letztmals hatte Leistner zuvor in einem Ligaspiel am 22. August 2022 getroffen, beim 1:0-Erfolg seines damaligen Arbeitgebers Sint-Truidense VV in der Partie der belgischen Jupiter Pro League bei KV Oostende. In Deutschland liegt Leistners letztes Tor fünfeinviertel Jahre zurück. Am 29. November 2020 traf er im Dress des Hamburger SV beim 1. FC Heidenheim zum zwischenzeitlichen 2:0 (Endstand 2:3).

„Wir haben es als Team gut und souverän verteidigt.“ (Toni Leistner zum Spiel in Elversberg)

Weil Leistner eher selten trifft, feierte er sein Erfolgserlebnis in Elversberg mit einer speziellen Einlage: einem Purzelbaum. Die leicht akrobatische Einlage hatte Leistner im Sommer vor der Saison schon mal dargeboten, wie er sagt. "Wir müssen vor der Saison beim Media Day was zeigen", erzählte Leistner, und seitdem "wollten meine Teamkollegen den immer schon sehen." In Elversberg ergab es sich, und Leistners Überschlag war auch Ausdruck der kollektiven Freude der Berliner über das Statement im Saarland. "Wir haben extrem dagegen gehalten", sagte er, "klar man kann nicht alles verteidigen. Nichtsdestotrotz haben wir es als Team gut und souverän verteidigt."

Leistner selbst stand erstmals seit dem 19. Dezember 2025 wieder in der Startelf. Damals hatte er, der zuvor Stammkraft war, im Heimspiel gegen Arminia Bielefeld eine (fragwürdige) Rote Karte gesehen und seitdem gesperrt zuschauen oder auf der Reservebank Platz nehmen müssen. In Elversberg schlug nun die Stunde des Vizekapitäns, der nicht nur wegen seines Tores stark spielte. Ob Leistner am Dienstag im Pokal-Achtelfinale gegen den SC Freiburg von Beginn an spielt, ist noch nicht sicher. Aber seine Leistung in Elversberg war ein deutliches Signal.