Darüber informierte die DFL ihre 36 Klubs aus Bundesliga und 2. Liga am Mittwoch in einem Rundschreiben, das dem kicker vorliegt. "Die DFL und die Schwarz Gruppe schließen eine strategische Allianz und arbeiten künftig auf ausgewählten Zukunftsfeldern zusammen", heißt es darin.
Fokus auf die Bereiche Nachhaltigkeit und Medienvermarktung
Konzentrieren soll sich die Kooperation zunächst auf die Bereiche Nachhaltigkeit und Medienvermarktung - dazu passt, dass sowohl der milliardenschwere Lebensmittelgigant als auch die DFL bei Dyn Media einsteigen, dem von Ex-Liga-Geschäftsführer Christian Seifert gegründeten Sportstreamingdienst. Für die Liga geht es dabei auch um die Frage, wie sie ab 2028 ihre künftigen Ausschreibungen absichern will in einem immer komplizierteren Markt. Die beiden Themenfelder sollen aber nicht die einzigen bleiben: "Die DFL und die Unternehmen der Schwarz Gruppe werden zusätzliche Möglichkeiten der inhaltlichen Kooperation prüfen. Hierbei ist es der DFL ein Anliegen, relevante Themenfelder und Leistungsangebote zu identifizieren, von denen die Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga unmittelbar profitieren können."
Speziell in Sachen Ressourcenschonung hofft die Liga auf enge Zusammenarbeit mit Prezero, der Schwarz-Recyclingtochter, die bei der TSG Hoffenheim seit 2019 als Stadionnamensgeber aufwartet. Aktuell gibt es Gespräche über eine Verlängerung des Sinsheimer Naming-Rights, das eigentlich zum 30. Juni 2025 ausgelaufen ist. Von "der Weiterentwicklung und Umsetzung konkreter Maßnahmen im Bereich Nachhaltigkeit" ist in dem Brief an die Gesellschafter die Rede.
Schwarz auch beim FC Bayern, VfB Stuttgart und RCD Mallorca
Mit mehreren Klubs arbeitet der Recycler bereits zusammen, künftig können "durch die strategische Allianz (...) weitere Clubs der Bundesligen optionale Leistungen von PreZero in Anspruch nehmen, u.a. zur Ressourcenschonung rund um das Stadion, Trainingszentrum sowie die Geschäftsstelle. Auf diesem Weg schafft die DFL zusammen mit einem renommierten Partner ein zusätzliches Service-Angebot für die Mitglieder des DFL e.V., auch vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeitsrichtlinie als Bestandteil der Lizenzierungsordnung." Neben der TSG hatte der Lebensmittelgigant (Lidl, Kaufland) sein Portfolio im Fußball zuletzt massiv erweitert hat, etwa beim FC Bayern, RCD Mallorca und dem VfB Stuttgart.
Spannend ist in dem Zusammenhang: Der weltweit knapp 600.000 Mitarbeiter zählende Konzern mit einem Gesamt-Jahresumsatz von 175,4 Milliarden Euro hat in den vergangenen Jahren in den Bereichen Digitalisierung und IT investiert, sowohl mit der eigenen Tochter Stackit als auch mit dem Zukauf des Cybersecurity-Dienstleisters XM-Cyber. Und Digitalisierung ist gerade mit Blick auf das Thema Medienrechte und Vermarktung auch ein strategisches Wachstumsfeld für viele Klubs und die Liga im Allgemeinen.