Fakten zum Finale
Für Arminia Bielefeld ist es ja sowieso einer der größten Tage der gesamten Vereinsgeschichte. Deutscher Meister war der DSC nie, im Finale des DFB-Pokals stand er - jedenfalls bis zu diesem Sonntag - auch noch nie. Klar also, dass die Historie für den VfB spricht.
Der hat zudem sogar schon Erfahrung mit einem Drittligisten im Pokal-Finale. 1997 traf Stuttgart auf Energie Cottbus und gewann 2:0. Es war der letzte Auftritt des berühmten Magischen Dreiecks aus Giovane Elber, Krassimir Balakov und Fredi Bobic. "Das ist eigentlich dieselbe Geschichte wie damals", sagte Letzterer nun in der Süddeutschen Zeitung: "Cottbus hatte auch Erstligisten rausgeworfen und war total im Flow, als sie im Finale ankamen. Wir hatten großen Respekt vor ihnen. Und wir mussten dann auch wirklich viel ackern, das war ein total kompliziertes Spiel, und wir sind bis heute stolz drauf, dass ausgerechnet wir das seriös mit 2:0 runtergespielt haben."
Drei ihrer bisher sechs Pokalfinals gewannen die Schwaben, die beiden jüngsten verloren sie aber jeweils mit 2:3. Erst 2007 nach Verlängerung gegen den 1. FC Nürnberg, womit das Double aus Meisterschaft und Pokal-Sieg platzte. Dann 2013 nach regulärer Spielzeit gegen den FC Bayern, wodurch die Münchner sogar das Triple schafften.
Das 0:6 aus dem Jahr 2022 erlebte kein aktueller Arminia-Profi mit
Zweimal trafen die beiden diesmaligen Finalisten schon im DFB-Pokal aufeinander, jeweils in der 2. Runde und in Stuttgart. 2008/09 handelte es sich noch um ein Bundesliga-Duell, das der VfB 2:0 für sich entschied. 2022/23 reiste die Arminia als Zweitligist an und "erfüllte" ihre Rolle als Außenseiter: Mit 0:6 ging der DSC unter, lag dabei schon zur Halbzeit 0:4 zurück. Im heutigen Drittliga-Kader findet sich kein einziger Name von damals mehr.
Es war übrigens gleichzeitig das letzte Pokal-Spiel der Arminia, das nicht im eigenen Stadion auf der Alm stattfand. Seither hatte sie immer Heimrecht. Ein Pokal-Tor gegen Stuttgart hat Bielefeld also noch nie geschossen. Was als Bundesligist und als Zweitligist nicht klappte, könnte aber ja nun als Drittligist gelingen.
Bruun Larsen, Jeltsch und Grodowski waren eigentlich schon ausgeschieden
Gleich drei Spieler, die im Finale eingesetzt werden könnten, waren eigentlich schon aus der aktuellen Pokal-Saison ausgeschieden: Jacob Bruun Larsen scheiterte mit Hoffenheim in Wolfsburg (0:3), Finn Jeltsch mit Nürnberg in Hoffenheim (1:2). Auf der Gegenseite flog Arminias Joel Grodowski mit Münster raus - ausgerechnet gegen Stuttgart (0:5).
Der letzte Spieler, der zweimal in einer Pokal-Saison gegen denselben Gegner ausschied, war Gregor Kobel: 2018/19 verlor er in der 2. Runde mit Hoffenheim 0:2 in Leipzig, mit Augsburg unterlag er dann im Viertelfinale zu Hause gegen RB mit 1:2 nach Verlängerung. Allerdings könnte es ihm auch so gehen wie zuletzt Maximilian Eggestein. Der war 2021/22 erst mit Bremen in der 1. Runde mit 0:2 in Osnabrück gescheitert, konnte sich dann aber in der 2. Runde mit Freiburg mit 3:2 im Elfmeterschießen beim VfL durchsetzen.
Auch Profis, die mit einem Team aus dem Pokal ausschieden und am Ende den Pott in die Höhe stemmten, gab es in der Vergangenheit schon einige: Christoph Dabrowski 1998/99 mit Bremen II und Bremen etwa, Markus Happe 1992/93 mit Leverkusen II und Leverkusen, Klaus Beverungen 1973/74 mit Schalke und Frankfurt oder Willi Neuberger 1974/75 mit Wuppertal und Frankfurt.