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Mainz II und die Aufstiegsfrage: "... dann werden wir die Sache angehen"

kicker

Am 5. Dezember war nicht nur Fabio Moreno Fell in aller Munde. Der Stürmer des FSV Mainz 05 II, vor einem halben Jahr noch in der sechsten Liga aktiv, debütierte in der Bundesliga. Aufgestellt hat ihn Benjamin Hoffmann. Der U-23-Trainer war für ein Spiel als Interimslösung zur ersten Mannschaft beordert worden und machte mit seiner mutigen Aufstellung, vorne mit Moreno und dem lange außen vor gebliebenen Eigengewächs Nelson Weiper, direkt von sich reden.

Das Spiel gegen Borussia Mönchengladbach ging verloren (0:1), Urs Fischer übernahm, Hoffmann kehrte planmäßig zur U 23 zurück. Und kann die Winterpause über zufrieden auf die Tabelle blicken. Als Regionalliga-Dritter überwintert die, so die clubinterne Definition, höchste Ausbildungsmannschaft am Mainzer Bruchweg, wo der Verein und sein Nachwuchsleistungszentrum ihren Sitz haben. Vorige Saison stand die U 23 sportlich am Abgrund. Als Moreno gerade seine 50-Tore-Saison in Gau-Odernheim mit dem Oberliga-Aufstieg krönte, drohte den 05ern ziemlich akut der bittere Gang hinab in ebendiese Spielklasse.

Ein halbes Jahr später muss Meikel Schönweitz, der Technische Direktor des FSV, Fragen zu einem möglichen Drittliga-Aufstieg beantworten. "Sollten wir nach der Saison ganz oben stehen, werden wir die Sache angehen", lautet die Antwort, um in einem Atemzug die Funktion der U 23 als Zulieferer für die Profis hervorzuheben: Neben dem durch neun Regionalliga-Tore entstandenen Moreno-Märchen steht dafür auch der Name Kacper Potulski. Der 18-jährige Abwehrspieler aus der eigenen Jugend wurde, wie schon als B-Jugendlicher, frühzeitig befördert, spielte zuletzt drei Bundesliga-Spiele durch und schoss beim FC Bayern München (2:2) sogar ein Tor.

Enger angedockt

Die U 23 wurde enger als in den vorigen Jahren an die Profis angedockt. Das beginnt mit einem gemeinsamen Spielsystem, um den wechselseitigen Übergang zu erleichtern. Die eigentlich für die erste Mannschaft geholten Neuzugänge Konstantin Schopp und Kasey Bos werden über regelmäßige Regionalligaeinsätze herangeführt, genauso wie das bereits mit einem Profivertrag ausgestattete Eigengewächs Daniel Gleiber. Gemeinsam mit Leih-Rückkehrer Niklas Tauer und, vor allem, Yunus Malli ist die Qualität im Kader deutlich angestiegen. Das bringt mit sich, dass die Einsatzzeiten von Julian Derstroff, Denis Linsmayer und Korbinian Burger, die vorige Saison die Achse der Routiniers gebildet hatten, sich deutlich verringert haben.

Mehr Qualität, in Moreno der lange vermisste Goalgetter und in Malli ein Ausnahmespieler in der Mittelfeldmitte, das ist der Kern des Mainzer Erfolgsrezepts. Schönweitz rechnet mit einem Titelrennen zwischen Freiberg, Sandhausen, Großaspach und dem FSV Frankfurt. Für die Mainzer Talente wäre die Regionalliga vermutlich die sinnvollere Spielklasse, um im Männerfußball Fuß zu fassen. Aber warum soll sich der Erfolgsweg, den Hoffmann mit der Deutschen A-Jugend-Meisterschaft 2023 begonnen hatte, nicht fortsetzen?

Der Vertrag des Trainers, der gerade reichlich Eigenwerbung betreibt, läuft aus. "Wir sind in guten Gesprächen", sagt Schönweitz. Transfers sind in diesem Winter nicht geplant.