Bereits 2021 hat die Premier League die Regeln zu den sogenannten Associated Party Transactions (APT) eingeführt. Das Ziel dieser Regeln sei es, "die langfristige finanzielle Nachhaltigkeit der Vereine" zu sichern, indem die "Abhängigkeit von erhöhten kommerziellen Einnahmen aus Unternehmen, die mit dem Eigentümer des Vereins verbunden sind", begrenzt wird. Es geht also darum, dass die Klubs keine künstlich aufgeblähten Sponsoringverträge mit Unternehmen, die den Eigentümern nahestehen, eingehen. Dadurch soll für mehr Fairness innerhalb der Premier League gesorgt werden.
Den Besitzern von Manchester City sind diese Regeln ein Dorn im Auge, weil sie verhindern könnten, dass über ManCitys Hauptsponsor Etihad Airways (ein Staatsunternehmen der Vereinigten Arabischen Emirate) hohe Summen aus Abu Dhabi (Hauptstadt der VAE) nach Manchester fließen.
ManCity fühlte sich benachteiligt - Kompromiss ist ein Erfolg
Deshalb hat der Klub die APT-Regeln schon mehrfach angefochten und zuletzt vor einem unabhängigen Tribunal einen Teilerfolg erzielt: Das Gericht erklärte die ursprünglichen Regeln im vergangenen Jahr für rechtswidrig - eine deutliche Niederlage für die Premier League.
Jetzt wurde der Streit mit einem weiteren Erfolg für ManCity beigelegt. Der Klub akzeptiert, dass die Regeln geltend und bindet sind und verzichtet auf weitere juristische Schritte. Im Gegenzug soll City laut einem Bericht der Times einen geplanten, lukrativen Deal mit Etihad Airways abschließen dürfen. Das Geld aus Abu Dhabi fließt also erst mal weiter.
Die Skyblues hatten die Regeln ursprünglich mit der Begründung angefochten, dass sie sich gegenüber Konkurrenten wie Arsenal oder Brighton benachteiligt fühlten. Dort hatten Eigentümer ihren Vereinen hohe Kredite gewährt, ohne dass diese als Associated Party Transactions eingestuft wurden. Man City und die Liga teilten mit, man werde die Angelegenheit nicht weiter kommentieren.
Streit um mutmaßliche Finanzverstöße weiter offen
Unabhängig vom nun beigelegten Sponsoring-Streit laufen gegen Manchester City weiterhin Verfahren wegen 130 mutmaßlicher Verstöße gegen die Finanzregularien der Premier League. Mit einem Urteil wird in den kommenden Wochen gerechnet. Im schlimmsten Fall droht dem Verein der Ausschluss aus der Premier League. Dass es dazu kommt, erscheint Beobachtern allerdings unwahrscheinlich. Auch eine Geldstrafe oder der Abzug von Punkten ist möglich.