Eigentlich war es eher ein Floskel-Feuerwerk, das Enzo Maresca bei seiner Pressekonferenz vor dem Klub-WM-Finale gegen Paris Saint-Germain am Sonntag (21 Uhr, LIVE! bei kicker) zündete. Doch bei der zweiten Frage deutete der Trainer des FC Chelsea zumindest an, dass er auch ganz anders kann. Als ein Medienvertreter wissen wollte, wie wichtig für die Blues angesichts des PSG-Fußballs der vergangenen Monate die Bereitschaft sein werde, zu leiden, antwortete Maresca mit einer Gegenfrage: "Wer sagt das?"
Die verbreitete Ansicht, dass Chelsea wie Real Madrid und viele andere in den zurückliegenden Wochen seltener den Ball haben dürfte als PSG, teilt der Italiener ganz offensichtlich nicht. "Das werden wir sehen. Natürlich sind sie eine Top-Mannschaft, die beste der Welt. Aber jedes Spiel ist anders."
Die Blues, beim Ballbesitz-Schnitt während der Klub-WM nicht weit dem der Pariser entfernt (61 vs. 67 Prozent), setzen mindestens in Ansätzen auf einen ähnlich dominanten Pressingfußball. Deswegen war es nur logisch, dass Maresca den Champions-League-Sieger und dessen Trainer Luis Enrique auf seiner PK als "Referenz" bezeichnete - allerdings "für alle Menschen, die den Fußball lieben". Man habe schon auch einen eigenen Stil.
Marescas Tenor war klar: Er hat nicht vor, dem Favoriten am Sonntag einfach so den nächsten Titel zu überlassen. Chelsea blickt schließlich selbst eine erfolgreiche Phase zurück, die selbstbewusst gemacht hat. "Es war eine großartige Saison", betonte der Trainer schon jetzt mit Verweis auf die Top-4-Platzierung in der Premier League, den Titel in der Conference League und den Finaleinzug in den USA - aber nicht nur.
"Vor einem Jahr hat niemand, der über Chelsea gesprochen hat, über Fußball gesprochen"
"Für mich persönlich ist der größte Erfolg in dieser Saison, dass vor genau einem Jahr niemand, der über Chelsea gesprochen hat, über Fußball gesprochen hat. Jeder hat nur über den großen Kader, das Geld und all das geredet. Jetzt redet niemand mehr darüber, sondern darüber, wie wir spielen und Spiele gewinnen", freut sich Maresca, wohlwissend, dass sein Arbeitgeber seine personal- und kostenintensive Transferstrategie nicht geändert hat.
Allein mitten in der Klub-WM kam mit Joao Pedro ein weiterer teurer Neuzugang hinzu, der gleich mal für Furore sorgte, während Maresca Noni Madueke im Finale nicht mehr einsetzen kann: Der Flügelstürmer, der bei der Klub-WM fünf von sechs Partien absolvierte, steht vor einem Wechsel zum FC Arsenal.