Den fünften Champions-League-Spieltag wird Newcastle United in schlechter Erinnerung behalten. Erst verloren die Magpies nach 1:0-Halbzeitführung in Marseille noch mit 1:2 und stürzten aus den Top 8, dann kam es zu unschönen Vorfällen im Stadion.
Wie Newcastle am Donnerstag mitteilte, schlugen die Behörden offenbar gewaltig über die Stränge. Ursprünglich sei vereinbart worden, dass die United-Fans zunächst eine Stunde lang im Stadion verharren, um deren Sicherheit beim Verlassen des Areals zu gewährleisten. Anschließend war angedacht, dass jeweils 500 Fans unter Begleitung der Polizei zur Metro gebracht werden würden.
Nachdem allerdings die erste Gruppe unterwegs war, hätten die französischen Behörden begonnen, "unnötige und unverhältnismäßige Gewalt anzuwenden, um die übrigen Fans daran zu hindern, sich weiter zu bewegen. Dabei kam eine Kombination aus Pfefferspray, Schlagstöcken und Schutzschilden zum Einsatz, wobei zahlreiche Fans wahllos von der Polizei angegriffen wurden", macht Newcastle deutlich: "Viele Fans waren sichtlich verzweifelt, insbesondere im oberen Bereich des Gästebereichs, wo es zu einer offensichtlichen Massenpanik kam."
Vereinsmitarbeiter hätten anschließend erfolglos das Gespräch mit der Polizei gesucht. "Die Fans, die das Stadion verließen, teilten unseren Mitarbeitern zu Recht ihre Bestürzung, Frustration und Wut mit, und wir haben anschließend äußerst besorgniserregende Zeugenberichte von Fans erhalten, die dabei waren."
Newcastle, das das "Vorgehen der Polizei gegenüber unseren Fans aufs Schärfste" verurteilte, fordert eine offizielle Untersuchung von der UEFA, Olympique Marseille und den lokalen Behörden.
OM würdigt "konsequente und koordinierte Arbeit der Polizei"
Der Gegner vom Dienstagabend allerdings zeigte wenig Verständnis für die schweren Vorwürfe Newcastles. "Der Verein erinnert daran, dass die Organisation des Empfangs und der Abreise der Gästefans lange vor dem Spiel in enger Abstimmung mit der Polizeipräfektur, der UEFA und Newcastle United FC selbst festgelegt worden war", schreibt OM am Donnerstagabend in einem Statement: "Diese Maßnahmen, die den UEFA-Standards entsprechen, wurden gewissenhaft umgesetzt und verliefen unter guten Bedingungen."
Marseille bemängelte seinerseits fehlende Kommunikation vom Gegner. "Der Verein betont, dass ihm weder am Abend des Spiels noch in den Stunden danach vom Newcastle United FC oder dessen im Stadion anwesenden Vertretern irgendwelche Zwischenfälle oder besondere Vorfälle gemeldet wurden. Darüber hinaus bestätigen die Rückmeldungen, die unser Service nach dem Spiel von der UEFA erhalten hat, die Qualität der getroffenen Maßnahmen und deren reibungslose Umsetzung."
OM würdigte ausdrücklich die "konsequente und koordinierte Arbeit der Polizei" - und rügte die Magpies: "Der Verein kann es nicht akzeptieren, dass seine Verantwortung zu Unrecht in Frage gestellt wird."