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Mittelfeldreihe als Vorbild: Neue Optionen für Kassel-Coach Klingbeil

kicker

Vor einem Jahr stand der KSV Hessen Kassel dicht am Abgrund. Mit 15 Punkten aus 20 Spielen taumelten die Nordhessen als Vorletzter dem Abstieg in die Hessenliga entgegen, das Torverhältnis betrug 22:42. Zwölf Monate später hat der KSV 28 Punkte aus 20 Spielen und weist 35:20 Tore auf. Eine starke Entwicklung, die nicht zuletzt Trainer René Klingbeil zu verdanken ist, der seit November 2024 die Verantwortung hat.

Trotz dieser positiven Zahlen wäre für Kassel in der bisherigen Saison noch mehr drin gewesen. Während das erfahrene Mittelfeld mit Ex-Profis wie Yannick Stark (35), Lukas Rupp (35) und Adrian Bravo Sanchez (32) herausragend besetzt ist und spielerisch zu den stärksten der Liga zählt, fehlten Klingbeil in der Abwehr und im Angriff bisher die Alternativen. Deshalb steht der KSV dort, wo er steht, auf Rang 10. Und nicht weiter oben, wie einige im Kasseler Umfeld zwischenzeitlich gehofft hatten, als die Tabellenspitze Anfang November in Reichweite schien. Zwei Punkte aus den letzten vier Spielen vor der Winterpause haben die Situation wieder relativiert.

Die letzten Wochen nutzte der KSV nun, um seinen Kader sinnvoll zu verbessern. Rechtzeitig zum Trainingsauftakt am Montag vor einer Woche zeigte sich auf dem Übungsgelände des KSV ein bekanntes Gesicht. Mittelstürmer Jan Dahlke ist zurück und unterschrieb einen Vertrag bis Sommer 2027. Der 28-Jährige war in der vergangenen Saison eines der Mosaiksteinchen für die wundersame Rettung der Nordhessen und dem am Ende souveränen Klassenerhalt.

Probleme beim Sturm-Trio

Dahlke kam im Winter 2025 nach Kassel und erzielte in zwölf Regionalliga-Spielen erstaunliche zwölf Treffer. Im vergangenen Sommer entschied er sich gegen einen Verbleib in Kassel und wechselte in die dritte portugiesische Liga. Dort wurde Dahlke allerdings nicht glücklich. Am Anfang war er verletzt, kurz danach ging dem Verein das Geld aus und der Vertrag mit dem Torjäger wurde aufgelöst. Nun ist Dahlke also wieder beim KSV und soll die Probleme in der zentralen Angriffsposition beheben. Zwar standen bisher mit Benjamin Girth, Zvonimir Plavcic und Danny Breitfelder gleich drei Mittelstürmer zur Verfügung, doch alle drei kämpfen mit unterschiedlichen Problemen. Girth überzeugte, traf sechsmal, ist aber verletzungsanfällig und kam erst auf 628 Einsatzminuten. Breitfelder und der erst 21 Jahre alte Plavcic haben starke Leistungsschwankungen und benötigen zu viele Chancen für einen Treffer. Plavcic traf bisher zweimal, Breitfelder erst einmal.

Auch in der Defensive war der KSV bisher nicht optimal besetzt. Die beiden routinierten Innenverteidiger Frederic Brill und Maurice Springfeld zählen ohne Frage zu den absoluten Leistungsträgern. Doch wenn einer von beiden ausfiel, fehlten Klingbeil die Alternativen. Abhilfe soll ebenfalls ein Rückkehrer schaffen, der 33-jährige Tim Knipping, der auf 86 Zweitliga-Spiele kommt und 166 Einsätze in der 3. Liga zu verzeichnen hat. Knipping ist gebürtiger Kasseler, kommt aus dem Nachwuchs der Nordhessen, bevor er 2012 den Sprung in den Profibereich wagte und dort unter anderem für Saarbrücken, Sandhausen und Dynamo Dresden aktiv war. Durch Knipping hat Klingbeil nun zusätzliche Optionen. Denkbar ist in Zukunft eine Dreierkette mit Brill, Springfeld und eben Knipping. Allerdings ist der 1,90 Meter große Innenverteidiger ohne Spielpraxis, seinen letzten Einsatz hatte er vor über einem halben Jahr beim damaligen Drittliga-Absteiger SpVgg Unterhaching.