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"Moralischer Absturz": Kritik am Wechsel Celestinis nach Russland

kicker

In sozialen Netzwerken wird sogar über den Entzug des Schweizer Passes fabuliert: Der Wechsel von Erfolgstrainer Fabio Celestini vom Double-Gewinner FC Basel zu ZSKA Moskau nach Russland hat in den vergangenen Tagen nachhaltig Kritik am 49-Jährigen ausgelöst. So schrieb das Boulevard-Blatt Blick von einem "kompletten moralischen Absturz", dem die Entscheidung Celestinis angesichts des Angriffskrieges Russlands in der Ukraine gleichkomme. "Fabio Celestini ist von allen guten Geistern verlassen", titelt derweil die Basler Zeitung.

Der 35-malige Schweizer Nationalspieler hatte den FC Basel im Mai zum Gewinn der Schweizer Meisterschaft und des Pokals geführt - großer Jubel herrschte am Rheinknie nach längerer Durststrecke des Traditionsvereins.

Wechsel nach Getafe zerschlägt sich

Celestini kündigte anschließend zeitig an, den Klub verlassen zu wollen - in Richtung einer stärkeren europäischen Liga. Doch nachdem sich ein Engagement bei seinem Ex-Verein FC Getafe (2005-2010) in Spanien zerschlagen hatte, unterschrieb er einen Zweijahresvertrag plus Option in der russischen Liga. Deren Klubs dürfen bekanntlich seit dem Überfall auf die Ukraine an keinen internationalen Wettbewerben mehr teilnehmen.

Der in die Kritik Geratene sprach selbst nach seiner Vorstellung bei ZSKA ("Es sind die gleichen Farben wie vorher") von einer "großen Herausforderung" bei einem "großen Klub". In der Schweiz drohen ihm deshalb nach Recherchen des Blick aber sogar juristische Konsequenzen.

Keine Lohnfortzahlungen bei vorzeitiger Rückkehr?

Denn der frühere Armee-Sportklub gehört mittlerweile der russischen Staatsbank VEB, die wiederum seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs auf den Sanktionslisten der Europäischen Union, der USA und auch der Schweiz steht. Sollte Celestini vor Ablauf seines Vertrags in seine Heimat zurückkehren, dürfte er dort nach Einschätzung von Rechtsexperten keine Lohnfortzahlungen des Moskauer VEB-Klubs mehr kassieren.

Beim FC Basel fielen die Reaktionen indes sehr unterkühlt aus. "Wenn Fabio auch privat ein Freund von mir wäre, würde ich ihm wohl etwas sagen", meinte Sportdirektor Daniel Stucki vielsagend.

Magnin hat "eine klare Meinung" - Kritik auch in Russland

Celestinis Nachfolger steht mit einem früheren Bundesliga-Spieler des VfB Stuttgart und von Werder Bremen indes seit einigen Tagen fest. Ludovic Magnin kommt vom Ligarivalen FC Lausanne-Sport (wo inzwischen Peter Zeidler installiert wurde). Der 46-Jährige hält sich angesichts der Entscheidung seines Trainerkollegen eher bedeckt, wenngleich er "eine klare Meinung" dazu habe. Er habe aber gelernt, dass es nicht immer schlau sei, alles zu sagen, was man denkt.

Nicht nur in der Schweiz, auch in Russland wurde das Engagement des neuen Trainers von kritischen Tönen begleitet. Allerdings geht es dort eher um das Sportliche. So sagte der ehemalige russische Nationalspieler Dmitri Bulykin: "Erstens kennt er die russische Liga nicht, zweitens glaube ich nicht, dass die Schweizer Liga auch nur ansatzweise mit der russischen mithalten kann - und drittens glaube ich, dass er Probleme mit der Stimmung im Team haben wird."