Was war passiert? Bei der 0:2-Testspielniederlage des Hamburger SV gegen RCD Mallorca leistete sich Jordan Torunarigha Sekunden vor Abpfiff einen Ausraster, als er seinen Gegenspieler an der Seitenlinie übel umgrätschte. Für die Aktion sah der Neuzugang die Rote Karte.
HSV-Coach Merlin Polzin kann aber dennoch auf den 28-Jährigen zählen. Denn wie der DFB am Freitagnachmittag bekanntgab, wurde die vorläufige Sperre Torunarighas vorerst ausgesetzt. "Das DFB-Sportgericht gab am 15. August einem entsprechenden Antrag des HSV statt, Torunarigha bleibt damit bis zur Ermittlung des Tatbestandes bzw. der Entscheidung in der Hauptsache einsatzberechtigt", heißt es auf der Verbands-Website.
Damit kann Torunarigha auf jeden Fall in der ersten Pokalrunde am Samstag (13 Uhr, LIVE! bei kicker) bei Oberligist FK Pirmasens eingesetzt werden. Ob er allerdings auch zum Bundesligastart eine Woche später (24. August, 17.30 Uhr) bei Borussia Mönchengladbach spielberechtigt sein wird, ist derzeit noch offen. Das hängt davon ab, wann das DFB-Sportgericht zu seinem Urteil kommt.
Torunarigha kam in diesem Sommer von KAA Gent zum Bundesliga-Aufsteiger. Dreieinhalb Jahre hat der gebürtige Chemnitzer in Belgien gespielt und mit dem Pokalsieg im Jahr 2022 auch seinen größten sportlichen Erfolg gefeiert. Doch am Ende der vergangenen Saison kam es zum Zerwürfnis, nachdem Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung gescheitert waren. Torunarigha entschied sich für eine Rückkehr in die Bundesliga, die er bereits aus seiner Zeit bei Hertha BSC (2006 bis 2022) kennt. Für die Hauptstädter bestritt der ehemalige Nationalspieler Nigerias 73 Bundesligapartien (fünf Tore).
Für das erste Pflichtspiel der Saison hat Polzin damit auf der linken Seite seiner Dreierkette die Wahl. Durchaus wahrscheinlich, dass Torunarigha in Pirmasens an der Seite von Daniel Elfadli und Warmed Omari verteidigt. Sollte sich Polzin gegen ihn entscheiden, dürfte Aboubaka Soumahoro beginnen.