Mit einem Sieg in Posen hätte sich der FSV vorzeitig fürs Achtelfinale der Conference League qualifizieren können und zudem mit einem guten Gefühl in die kommende Bundesliga-Aufgabe unter Neu-Coach Urs Fischer beim FC Bayern München am Sonntag (LIVE! ab 17.30 Uhr kicker) gehen. Am Ende kam es anders, denn es reichte nur zu einem 1:1.
Entsprechend gefrustet waren die 05er nach dem 1:1. Vor allem wegen Schiedsrichter Andrei Chivulet aus Rumänien. So wurde nach dem frühen 1:0 von Sota Kawasaki das vermeintliche 2:0 von Benedict Hollerbach nach VAR-Check wegen einer minimalen Abseitsentscheidung wieder einkassiert. So schmerzlich die Entscheidung für die Rheinhessen auch war, sie war korrekt.
Elfmeterpfiff im Rampenlicht
Für weitaus mehr Aufregung sorgte dann ein Elfmeterpfiff in Minute 37. In dieser sprang Luis Palma der Ball zunächst im Mainzer Strafraum an die Hand, dann kam es zum Kontakt mit Kawasaki, über dessen ausgestrecktes Bein der Honduraner fiel. Chivulet entschied auf Strafstoß und blieb auch nach minutenlangem VAR-Check bei seinem Entschluss. Rund um die Szene sah Nikolas Veratschnig auch die Gelbe Karte wegen Reklamierens - eine Karte, die noch Folgen haben sollte.
Zunächst aber gehörten die Schlagzeilen Mikael Ishak, der Ex-Nürnberger verwandelte frech per Panenka zum 1:1 (41.). "Wir waren eigentlich sehr gut im Spiel. Bis zur, ich sage mal sehr unglücklichen, Elfmeter-Situation", meinte Sportdirektor Niko Bungert nach dem Spiel und stellte klar: "Das war für mich unberechtigt, die Entscheidung nach VAR-Check ist ein Rätsel - und der Ausgleich kam aus dem Nichts."
"Er berührt den Spieler nicht"
Deutlicher wurde da schon Fischer, für den es ein "klares Handspiel" war und folglich auch "kein Elfmeter, weil der Ball rausgegangen wäre". Zudem hatte der Schweizer gar keinen Kontakt gesehen. "Ich hab's mir drei, viermal angeschaut. Er berührt den Spieler nicht. Zumindest in den Bildern, die ich gesehen habe." Letztlich zeigte sich Fischer aber auch fair und meinte mit Verweis auf den VAR-Check, dass so entschieden wurde und man es eben abhaken müsse.
Ohnehin sei es als Erfolg zu werten, dass man in Unterzahl noch einen Punkt geholt hat. "Wir haben allen Widrigkeiten getrotzt", sagte dann auch Torhüter Daniel Batz bei RTL+ und lobte die Moral der Mannschaft, die nach der Gelb-Roten Karte gegen Veratschnig nach einem Zupfer gegen Pablo Rodriguez an der Seitenlinie ab der 66. Minute zu zehnt war. "Danach ging es ums Verteidigen", betonte Fischer und meinte mit Blick auf das 1:1, dass die 05er "insofern mit dem Punkt gut leben können".
Deutlich euphorischer war da schon Batz, der mit 34 sein internationales Debüt gegeben hatte und betonte: "In unserer Situation mit zehn Mann 25 Minuten zu überstehen, das ist überragend. Das war Moral."