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Nachbeben in Lyon: Textor tritt von allen Ämtern zurück

kicker

Bereits am Samstag hatte Textor in einem Interview mit einem brasilianischen TV-Sender angekündigt, dass er sich aus dem Tagesgeschäft von Olympique Lyon zurückziehen wolle, am Montag machte der französische Verein den Führungswechsel dann offiziell: Textor trete "von allen leitenden Funktionen bei Olympique Lyon zurück", heißt es in einer am Vormittag veröffentlichten Vereinsmitteilung.

Er sei "stolz auf unsere sportlichen Erfolge bei OL", schreibt Textor in einer Stellungnahme. Man habe "es in den letzten beiden Jahren geschafft, die Mannschaft wieder aufzubauen und nach langer Abwesenheit in die europäischen Wettbewerbe zurückzukehren." Textor, dem auch die Mehrheitsanteile von Premier-League-Klub Crystal Palace, dem brasilianischen Klub Botafogo und dem belgischen Zweitligisten RWD Molenbeek gehören, hatte über seine Firma Eagle Football Holding Limited im Jahr 2022 die Mehrheit der Anteile beim einstigen französischen Serienmeister erworben und war 2023 zum Generaldirektor sowie zum Präsidenten des Vereins aufgestiegen.

Nachdem die Nationale Kontroll- und Verwaltungsdirektion DNCG am vergangenen Dienstag wegen Verstößen gegen die Finanzauflagen den Zwangsabstieg des hochverschuldeten Klubs in die Ligue 2 angeordnet hatte, war Textor zunehmend in die Kritik geraten. Der Verein hat bereits angekündigt, gegen das Urteil in Berufung zu gehen, um den Abstieg abzuwenden.

Am Montagvormittag hatte die UEFA mitgeteilt, ihre Entscheidung über das Startrecht für OL und Crystal Palace in den europäischen Wettbewerben aufzuschieben. Sollte Lyons Zwangsabstieg bestehen bleiben, wird der Verein auch aus der Europa League, für die man sich sportlich qualifiziert hatte, ausgeschlossen. Das würde die Tür für Crystal Palace öffnen, das sich durch den Sieg im FA Cup für die Europa League qualifiziert hatte, aufgrund der "Multi-Club-Ownership"-Regularien aber nicht startberechtigt wäre, wenn Lyon ebenfalls an einem europäischen Wettbewerb teilnimmt. Eine endgültige Entscheidung dürfte wohl erst fallen, wenn auch über den Zwangsabstieg entschieden wird.

Auf dem Präsidenten-Posten folgt Michele Kang auf Textor. Die US-amerikanische Geschäftsfrau, die aktuell Mehrheitseigentümerin des abgespaltenen Frauenteams OL Lyonnes ist und seit 2023 im Vorstand des Vereins sitzt, ist damit die erste Frau an der Spitze in der OL-Geschichte. Kang soll laut Vereinsmitteilung unter anderem "das Beschwerdeverfahren des Vereins bei der DNCG leiten".

Unterstützung erhält sie dabei vom Deutschen Michael Gerlinger, der bisher Sportdirektor bei Eagle Football war und nun zum Generaldirektor bei OL aufsteigt. Der 52-jährige Gerlinger, der seit Frühjahr 2024 für Eagle Football arbeitet, war zuvor jahrelang für den FC Bayern tätig und bekleidete zentrale Rollen in der europäischen Klubvereinigung ECA.