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Nagelsmann: "Überzahl hat uns nicht gutgetan"

kicker

Griffig oder Gier - eines der beiden Wörter benutzten fast alle deutschen Nationalspieler und Julian Nagelsmann in ihren Interviews nach dem 4:0 gegen Luxemburg. Anders als noch im September nach dem 0:2 in der Slowakei kritisierten sie ihre Einstellung nicht, sondern lobten sie. "Wenn wir die Bälle verloren haben, waren wir griffig, waren wir scharf", erklärte unter anderem David Raum am ARD-Mikrofon.

Über die Szene, die dafür sinnbildlich stand, waren sich die Protagonisten anschließend ebenfalls einig. Sowohl der Linksverteidiger als auch der Bundestrainer blickten auf die 30. Minute zurück. In dieser sprintete Serge Gnabry bei einem der wenigen luxemburgischen Konter tief in die eigene Hälfte und grätschte dort den Ball ins Seitenaus. "Das ist genau das, was du gegen Luxemburg auch brauchst. So ein Zeichen von einem Top-Spieler, der seit Jahren bei einem großen Verein spielt", so Nagelsmann. Dementsprechend erhielt der formstarke Offensivspieler auch noch ein Sonderlob: "Er war heute ein Vorbild, was Umschaltsituationen angeht", erläuterte der 38-Jährige.

„Wenn ein Gegner so tief verteidigt, ist die Überzahl nicht so relevant.“ (Julian Nagelsmann)

Mit Ausnahme dieser Situation funktionierte das Gegenpressing nahezu immer. Allerdings war dies auch dem frühen Platzverweis (21. Minute) von Dirk Carlson - er verhinderte als letzter Verteidiger mit seinem Arm eine Torchance - geschuldet. Die tiefstehenden Luxemburger hatten nach Ballgewinnen keine Anspielstation in der Spitze, wobei sie auch in Gleichzahl zuvor keinen einzigen gefährlichen Konter gefahren hatten.

Nagelsmann bewertete die Rote Karte derweil als nicht gerade positiv für sein Team. "Die Überzahl hat uns nicht gutgetan", so der Bundestrainer. Die Roten Löwen hätten im weiteren Verlauf noch enger gestanden und seien mehr gerannt. "Wenn ein Gegner so tief verteidigt, ist die Überzahl nicht so relevant. Sie haben einfach einen Spieler weniger im Anlaufen", führte Nagelsmann aus.

Auf etwas mehr Gegenwehr muss sich seine Elf sicherlich am Montag in Belfast gegen Nordirland (20.45 Uhr, LIVE! bei kicker) gefasst machen. Die Green & White Army bezwang die Slowakei und könnte mit einer Überraschung das WM-Ticket weiter in den eigenen Händen halten. "Es wird eine andere Hausnummer als heute", blickte der DFB-Coach voraus.