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Neue Ausrichtung von Hannover II: Charakterstärke statt Individualisten

kicker

Hannover 96 II hat sich nach dem Abstieg aus der 3. Liga komplett neu aufgestellt. Das Team von Trainer Daniel Stendel musste 17 Abgänge in Kauf nehmen - aufgefüllt wurde vor allem mit Talenten aus der eigenen U 19. Mit durchschnittlich 20,7 Jahren gehört die 96-Zweitvertretung zu den drei jüngsten Mannschaften der Liga. Beim 2:2-Unentschieden beim SV Meppen standen gleich acht Spieler aus der eigenen Akademie auf dem Rasen. Eine kleine Achse aus der letzten Saison blieb dennoch erhalten.

Mit elf Punkten aus den ersten sechs Spielen ist die Hannoveraner Zweitvertretung souverän in die neue Spielzeit gestartet und gehört zur Verfolgergruppe auf die oberen Plätze. "Wir sind zufrieden mit der Art und Weise, wie wir in die Saison gekommen sind", unterstreicht Trainer Stendel. "Dafür, dass viele Jungs im letzten und vorletzten Jahr noch in der U 19 gespielt haben, machen sie das ziemlich gut."

Nachdem in der vergangenen Drittligasaison insbesondere auf individuelle Qualität gesetzt wurde, legten Akademieleiter Julian Battmer und das Trainerteam um Stendel bei der Kaderzusammenstellung mehr Wert auf mannschaftliche Geschlossenheit. "Es ist logischerweise nicht die individuell hohe Qualität, mit der wir es in der letzten Saison versucht haben, aber das Teamgefüge ist deutlich stärker. Wir haben viele interessante Jungs dabei", verrät Stendel. Viele der Talente kommen aus Hannover und der Region. "Ich glaube, dass es was ausmacht, wenn man hier aufgewachsen ist, hier trainiert hat und jetzt in der U 23 zusammenspielt", sagt Battmer. "Wenn wir davon mehr auf dem Platz haben, kann das zusammenschweißen."

Die neu formierte Führungsriege

Neu-Kapitän Mustafa Abdullatif, Noah Engelbreth und Tim Walbrecht sind 96 auch nach dem Abstieg erhalten geblieben und bekleiden die Führungsrollen der neu formierten Elf. Walbrecht bildet gemeinsam mit Ilias Ebnoutalib das neue Duo in der Innenverteidigung. "Die beiden machen das sehr gut. Wir sind sehr froh, dass Tim Walbrecht jetzt verletzungsfrei ist. Er hat mit Top-Leistungen überzeugt und ist einer, der vorangeht."

Von den jungen Wilden stechen vor allem Torwart Jonas Schwanke (18) und der deutsche U-19-Nationalstürmer Denis Husser (17) hervor. Die beiden trainieren bereits regelmäßig bei den Profis. Schwanke zeigte beim 2:2 gegen Meppen, dass er auch gegen Top-Teams der Liga bestehen kann, Husser erzielte bereits drei Tore in fünf Partien. "Das war ein ordentlicher Start für Denis. Nichtsdestotrotz hat man auch gesehen, dass er sich entwickeln muss. In Verbindung mit dem Training bei den Profis kann das ein sehr guter Weg für ihn sein", sagt Stendel.

Matsuda und Chakroun zeigen den Weg

Hayate Matsuda und Husseyn Chakroun, die in der vergangenen Saison noch in der U 23 spielten haben sich, unter dem neuen Trainer der Profis, Christian Titz, einen Stammplatz in der 2. Bundesliga erarbeitet. "Das sind immer Beispiele für die Jungs, die wir auch in der Kabine ansprechen bezüglich Einstellung, Professionalität, Lernwilligkeit", sagt Stendel. "Es ist nicht ausgeschlossen, dass unsere Jungs auch diesen Weg gehen können. Aber der wird nicht verschenkt."

Der zentrale Fokus liegt in diesem Jahr auf der Weiterentwicklung der vielen Talente. Sportlichen Erfolg will Stendel dennoch. "Unabhängig von Ansagen. Alle Jungs, die hier sind, wollen in den Profifußball rein. Das ist Erfolgsfußball, Ergebnissport. Am Wochenende wollen wir was Zählbares holen", betont Stendel.

Unter Drittliga-Bedingungen

Nach drei Spielen in sieben Tagen und einigen Spielern, die erst von Verletzungen zurückkehren, wartet am kommenden Sonntag mit dem VfB Lübeck das nächste Schwergewicht der Liga auf Hannover 96 II. Danach geht die 96-Zweitvertretung, aufgrund des Spielausfalls der Partie gegen Emden in eine zweiwöchige Pause. "Gegen Lübeck spielen wir noch einmal unter Drittliga-Bedingungen", sagt Stendel. "Dann sehen wir zu, dass wir Kräfte tanken."