Chaves war die große Überraschung in der vergangenen Saison. Relativ zügig und ohne große Anpassungsprobleme hatte sich der aus der 2. Liga Portugals von Hoffenheims Partnerverein Académico Viseu geholte Innenverteidiger auf Bundesliganiveau zurechtgefunden und die stattliche Ablöse von sechs Millionen Euro zu rechtfertigen begonnen.
Chaves absolviert 34 Pflichtspiele
Am Ende dieser denkwürdigen Spielzeit hatte sich der Brasilianer mit deutschen Wurzeln zum Stammspieler entwickelt und insgesamt 34 Pflichtspiele verbucht, 26 in der Liga, zwei im DFB-Pokal und sechs in der Europa League. Zweimal war der 24-Jährige sogar als Torschütze in Erscheinung getreten. Beim 4:4 in Gladbach hatte er sein erstes Bundesligator erzielt, im Pokal hatte er die TSG gegen Nürnberg sogar in die nächste Runde geköpft.
Hranac dreht den Spieß um
Doch in der aktuellen Spielzeit geriet Chaves dauerhaft ins Hintertreffen. Überraschend reüssierte auf seiner Position mit Robin Hranac der Spieler, den Chaves im Jahr zuvor verdrängt hatte. Der Tscheche hat sich unverzichtbar gemacht, mit Albian Hajdari hat das auch der für den verletzten Koki Machida (Kreuzbandriss) geholte Linksfüßer geschafft. Zudem kam auch Ozan Kabak nach seiner langen Zwangspause (Kreuzbandriss) immer besser auf Touren und untermauerte zuletzt mit einem starken Auftritt beim 5:1 gegen Gladbach seine Klasse und seine Ambitionen.
Wie für Chaves blieb auch für Urgestein Kevin Akpoguma nur das Nachsehen, ein Platz auf der Bank oder gar auf der Tribüne. Erst fünfmal kam bislang Chaves zum Einsatz (4 BL, 1 Pokal), dreimal sogar nur Akpoguma (2 BL, 1 Pokal). Klar dass sich beide nach mehr Spielpraxis und Verantwortung sehnen. Der 30 Jahre alte Akpoguma, der mit Leih-Unterbrechungen bereits seit 13 Jahren für die TSG spielt, hatte bereits im Wintertrainingslager in Spanien gegenüber dem kicker vom möglichen Ende einer Ära gesprochen. Aber auch Chaves drängt auf eine Veränderung, nur einer wird wohl gehen dürfen.
Es läuft auf eine Leihe hinaus
Während sich bei Akpoguma (Vertrag läuft im Sommer aus) Möglichkeiten in Italien oder in den USA bislang wohl nicht konkretisierten, scheint es einen Markt für Chaves im In- und Ausland zu geben. Bereits im vergangenen Jahr hatte es mutmaßliches Interesse aus England gegeben. Ein Verkauf scheint angesichts des nun gesunkenen Marktwertes aktuell die weniger wahrscheinliche Variante zu sein, eher soll der noch bis 2029 an die TSG gebundene Zweikämpfer zunächst bis Sommer verliehen werden.
Dem Anschein nach ist jedenfalls ein Transfer von Chaves noch in diesem im Winter wahrscheinlicher als eine Veränderung für Akpoguma. Am 29. Januar feiert Chaves seinen 25. Geburtstag, ob er das noch im Kraichgau tut, ist fraglich.