Als Newcastle United 2023/24 erstmals seit 21 Jahren wieder an der Champions League teilnehmen durfte, endete das Abenteuer unglücklich: In der schweren Gruppe mit Paris Saint-Germain, Borussia Dortmund und der AC Mailand waren die Magpies nach zwei Spieltagen Spitzenreiter, am Ende aber Letzter und durften damit nicht mal in die Europa League absteigen. Umso größer ist die Vorfreude auf die neue Königsklassen-Saison - aber nicht bei allen Fans.
Vor dem Auftakt am kommenden Donnerstag (21 Uhr, LIVE! bei kicker) gegen den FC Barcelona sind viele frustriert, die vergeblich auf ein Ticket für das spektakulärste Heimspiel der Ligaphase gehofft hatten. Mehr als 100.000 Bewerber sollen sich am Dienstag in der virtuellen Warteschlange befunden haben, als Mitglieder Eintrittskarten erwerben konnten. Da hatten es einige Schüler aus dem schottischen Dundee leichter.
45 Tickets nämlich gingen an die dort beheimatete High School, und viele Newcastle-Anhänger fragen sich, warum. "Die High School of Dundee wurde von einem zugelassenen Anbieter angesprochen, und die Tickets wurden im Rahmen eines Gruppenpakets gekauft", teilte ein Sprecher der Schule mit. Aus einem Brief, der in den Sozialen Medien kursiert, geht hervor, dass jeder der 45 Schüler umgerechnet 341 Euro für Ticket, Busfahrt, Abendessen und Übernachtung mit Frühstück zahlen muss.
Von welchem "zugelassenen Anbieter" diese Eintrittskarten vergeben wurden und warum nicht wenigstens eine Schule aus der Region ausgewählt wurde, ist bislang unklar. Der Fan-Verband Newcastle United Supporters Trust (NUST) zeigte "vollkommenes" Verständnis für den Frust der Anhänger, zumal längst bei Drittanbietern Tickets fürs Barca-Spiel zu horrenden Preisen feilgeboten werden. Man dränge auf eine Antwort vom Verein, schrieb der NUST bei X - bislang ohne Erfolg.
"So etwas gießt Öl ins Feuer"
"Es herrscht derzeit ein solcher Konsens darüber, wie schlecht die Ticketsituation ist, dass so etwas Öl ins Feuer gießt", zitiert die BBC die NUST-Vorsitzende Lisa Mole. Zunächst hatten Dauerkarteninhaber die Möglichkeit, Tickets für alle Ligaphasen-Heimspiele zu erwerben. Der Rest wurde teilweise verlost, teilweise in den freien Verkauf unter Mitglieder und denjenigen Dauerkarteninhaber gegeben, die kein Ticket-Paket erwerben wollten. "Es schmerzt, wenn sie dann sehen, dass Menschen, die nicht unbedingt Newcastle-Fans sind, die Möglichkeit erhalten, ein so hochkarätiges Spiel zu besuchen", so Mole.
Rund 52.000 Zuschauer passen in den St. James' Park. Der Klub, bei dem neuerdings auch Nick Woltemade angestellt ist, überlegt bereits, wie sich die Kapazität in Zukunft erweitern ließe - womöglich gar mit einer neuen Arena.