Sjoeke Nüsken redete auf die Frage nach ihrer Zielsetzung für die anstehende Europameisterschaft gar nicht um den heißen Brei herum. "Ich mache kein Geheimnis daraus: Wir spielen bei der Euro mit und wollen natürlich gewinnen", so die 24-Jährige beim Media Day. Diese Zuversicht schöpft sie unter anderem aus der "brutalen" Offensive.
Das Angriffsquartett der DFB-Frauen zeichnet sich durch enormes Tempo und Torgefahr aus. So dürfte die Schnelligkeit von Lea Schüller, Klara Bühl und Jule Brand aufgrund des praktizierten Mittelfeldpressings in der Schweiz bei Gegenstößen durchaus zur Geltung kommen. Doch selbst wenn Christian Wück eine Spielerin aus diesem Trio rausnimmt, sieht Schüller selbst keinen großen Qualitätsabfall - unter anderem hat der Bundestrainer mit Selina Cerci noch die Bundesliga-Torschützenkönigin in der Hinterhand. "Es ist für uns eigentlich einfach, weil wir einwechseln und auswechseln können, wen wir wollen: Wir wissen, da ist Torgefahr ohne Ende", erklärte Schüller.
Neben der Offensivabteilung sorgt auch das Teamgefühl für Optimismus im deutschen Camp in Herzogenaurach. "Der Zusammenhalt ist ganz besonders - das habe ich so noch nie erlebt", erläuterte Schüller. Einen Schlüsselmoment dafür gab es nicht - anders als vor vergangenen Turnieren. So habe sich der Zusammenhalt vor der vergangenen Europameisterschaft beispielsweise während eines Mannschaftsabends entwickelt. Diesmal habe es sich eben so ergeben.
Schüller lobt eine Maßnahme von Wück
Als Grundlage dafür sieht Nüsken die Olympischen Spiele. Ein Erfolg wie die Bronzemedaille in Paris "schweißt zusammen". "Man spricht immer wieder darüber. Wir sprechen darüber, wie es jetzt im Sommer sein kann. Dass man da auch wieder etwas in die Höhe stemmen möchte", so die Mittelfeldspielerin.
Anteil am besonderen Spirit hat aber auch eine Maßnahme von Wück. Anders als andere Nationaltrainer verzichtete er darauf, einen vorläufigen Kader zu benennen. "Er hat es uns auch sehr früh kommuniziert, dass er es so handhaben wird. Ich glaube, dass das schon hilfreich war - auch für jede Einzelne", erläuterte Schüller.
Ab dem 4. Juli, dem Auftaktspiel gegen Polen, wird sich zeigen, ob der Teamspirit die DFB-Auswahl erfolgreich durch das Turnier trägt. "Ich glaube, dass das einfach der Schlüssel zum Erfolg sein wird", hob Nüsken die Wichtigkeit des Zusammenhalts abschließend noch mal hervor.