Es hat bis in die zweite Woche der Länderspielpause gedauert und die offizielle Klubmitteilung erfolgte nachts um 1.15 Uhr MESZ. Doch eine Überraschung war es nicht mehr: Nottingham Forest hat sich fünf Monate nach der Vertragsverlängerung von Trainer Nuno Espirito Santo getrennt. Nach den Vorkommnissen der vergangenen Wochen hatte sich dieser Schritt bereits mehr als angedeutet.
"Der Nottingham Forest Football Club bestätigt, dass Nuno Espírito Santo aufgrund der jüngsten Ereignisse heute von seinen Aufgaben als Cheftrainer entbunden wurde", heißt es in der Nacht auf Dienstag in einer knappen Mitteilung. "Der Verein dankt Nuno für seinen Beitrag während einer sehr erfolgreichen Ära im City Ground, insbesondere für seine Rolle in der Saison 2024/25, die für immer in guter Erinnerung in der Geschichte des Vereins bleiben wird. Als jemand, der eine entscheidende Rolle für unseren Erfolg in der letzten Saison gespielt hat, wird er immer einen besonderen Platz in unserer Geschichte einnehmen."
Beziehung zu Besitzer Marinakis zerbrochen
Der 51-jährige Portugiese war im Dezember 2023 zum Europapokalsieger der Landesmeister 1979 und 1980 gekommen, hatte die Liga gehalten und den Klub 2024/25 auf Rang 7 geführt, nachdem lange sogar ein Platz in der Champions League in Reichweite gewesen war. Weil FA-Cup-Sieger Crystal Palace von der UEFA herabgestuft worden war, reichte der siebte Platz für den Einzug in die Europa League.
Zuletzt hatte Espirito Santo eingeräumt, dass die Beziehung zu Klub-Besitzer Evangelos Marinakis zerbrochen sei. Auf einer Spieltagspressekonferenz hatte er berichtet, dass sich die zuvor "respektvolle" Beziehung zum Griechen "verändert" habe, "nicht mehr so eng", ja "nicht gut" sei. "Warum, weiß ich nicht." Damit hatte er selbst eine Trainerdiskussion losgetreten, obwohl sein Vertrag erst im Juni bis 2028 verlängert worden war. In der Meisterschaft ist Nottingham nach drei Spieltagen mit vier Punkten Zehnter, am Samstag geht es auswärts gegen Vizemeister Arsenal.
Als Nachfolger scheint eine heiße Spur zu Ange Postecoglou zu führen, der im Sommer trotz des Europa-League-Triumphs seinen Posten bei den Tottenham Hotspur hatte räumen müssen. Marinakis gilt als Fan des Australiers mit griechischen Wurzeln. "Mit diesem großen Erfolg, den die ganze Welt mitverfolgt hat, hat er Griechenland bekannt gemacht", hatte Marinakis den gebürtigen Athener unlängst bei einer Preisverleihung in Griechenland für den Europa-League-Titel gewürdigt. "Wo auch immer er hingeht, wird er Erfolg haben."