Nach einer frustrierenden Saison unter dem damaligen Bayer-Trainer Xabi Alonso sollte es in dieser Spielzeit alles besser werden für Jonas Hofmann. Unter dem neuen Trainer, so die Hoffnung des inzwischen 33-Jährigen, wollte der zum Dauerreservisten abgestiegene Offensivakteur einen neuen Anlauf starten, wieder mehr Spielanteile bekommen. Ein Wunsch, der sich bislang nicht erfüllt hat.
Und auch die Aussichten stehen für den früheren Nationalspieler nicht günstig. Nachdem er zu Beginn der Vorbereitung - auch aufgrund des noch nicht verpflichteten Offensivpersonals - noch relativ viele Einsatzminuten bekam, ist Hofmann jetzt wieder außen vor. Bei der Saisoneröffnung gegen Pisa SC Anfang August erlitt Hofmann eine Oberschenkelverletzung, verpasste den Rest der Vorbereitung und fehlte seitdem im Leverkusener Spieltagsaufgebot.
Hofmann trifft es vom nicht nominierten Quartett am härtesten
Dies wird in der Liga-Phase der Champions League durchgehend so sein. Wurde Hofmann doch als einer von vier Profis aus dem aktuellen Kader nicht für die Königsklasse nominiert. Genauso wenig, wie erwartungsgemäß, die beiden Rekonvaleszenten, Martin Terrier (nach Achillessehnenriss) und Jeanuel Belocian (nach Kreuzbandriss), die noch an ihrem Comeback arbeiten, sowie der 19-jährige argentinische Angreifer Alejo Sarco.
Hofmann trifft es von diesem Quartett am härtesten. Hatte er vergangene Saison seinen Platz auf der maximal 25 Mann langen Liste A doch dadurch sicher, dass er neben Jonathan Tah, Florian Wirtz, Robert Andrich der vierte im Verband ausgebildete Spieler war, den jeder Champions-League-Klub nominieren muss.
Die Zugänge Flekken, Tillman und Maza kosten Hofmann den sicheren Listen-Platz
Zwar verließen im Sommer Tah und Wirtz den Klub, doch mit Mark Flekken, Malik Tillman und Ibrahim Maza wurden drei im Bereich des DFB ausgebildete Profis neu verpflichtet, die zusammen mit Kapitän Andrich jetzt als im Verband ausgebildete Profis nominiert wurden, sodass Hofmann über diese Local-Player-Regelung keinen Kader-Platz mehr sicher hatte.
Da Bayer 04 mit Niklas Lomb aber nur einen statt der vier geforderten im Klub ausgebildeten Profis vorweisen kann, durfte Bayer insgesamt nur 22 statt der maximal möglichen 25 Profis auf die Liste A setzen, sodass für Hofmann auch von den normalen Kaderplätzen keiner übrig blieb.
Auf den Zehner-Positionen hat er mindestens vier Konkurrenten vor sich
Der Routinier, ein sehr reflektierter Profi, der seine Stärken und Schwächen genau einzuschätzen weiß und sich in seiner Karriere alles gezielt erarbeiten musste, befindet sich also im Hintertreffen. Am Mittwoch im Testspiel gegen Drittligist Viktoria Köln (2:1) fehlte er, weil er laut Klubangaben einen "kleinen Rückschritt" in der Reha erlitten habe.
Ist er wieder fit, muss er Rückstand aufholen auf seine Konkurrenten. In jeder Hinsicht. Auf den Zehner-Positionen hat er auf jeden Fall Eliesse Ben Seghir, Claudio Echeverri, Tillman und auch Maza vor sich. Mindestens. Seine Einsatzchancen wären schon in körperlicher Bestform nicht groß.
Vom Leistungsträger der Double-Elf zum Profi ohne Perspektive
Ob sich dies unter dem neuen Trainer, den Bayer bis Anfang nächster Woche verpflichten möchte, ändert, ist mehr als fraglich. Hofmann, in der Doublesaison in der Hinrunde nicht nur unumstrittener Stammspieler, sondern anfangs absoluter Leistungsträger, bietet sich bei Bayer 04 kaum noch eine Perspektive.