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Okpalas Kündigung: "Mannheim ist vertraglichen Verpflichtungen nicht nachgekommen"

kicker

Der Schritt von Stürmer Kennedy Okpala, seinen Vertrag beim SV Waldhof Mannheim fristlos zu kündigen, schlägt hohe Wellen - vor allem, weil der Verein am Freitagnachmittag ein Statement veröffentlichte, in dem er den 21-Jährigen nach wie vor als Spieler der Kurpfälzer und die Abwesenheit beim Trainingsauftakt am Freitagmittag als nicht zu tolerieren bezeichnete. Seither kocht die Fan-Seele bei den "Buwe" hoch, vor allem Okpala wird in diversen Social-Media-Kanälen teilweise hart angegangen.

Am Freitagmittag hatte der Zweitligist SC Paderborn 07 die Verpflichtung von Okpala bekannt gegeben. In der laufenden Saison war der 21-Jährige bisher bester Stürmer bei den "Buwe" und führt die interne Scorerliste mit zwölf Punkten an - kein Wunder, dass der Waldhof einen solchen Spieler, der zudem noch mächtig Entwicklungspotential hat, nicht so einfach ziehen lassen möchte.

Die Ausstiegsklausel wurde laut Okpalas Berater nie in Zweifel gezogen

Doch: "Ich muss mich vor meinen Jungen stellen", betont daher Okpalas Berater, Markus Peter. Laut seiner Aussage sei der Waldhof seit Monaten darüber informiert gewesen, dass Okpala im Winter einen Wechsel anstrebe. "Sowohl Kenny als auch ich wurden mehrfach gebeten, dem Verein mitzuteilen, wenn die Entscheidung gefallen ist, die vertraglich verankerte Ausstiegsklausel im Winter zu aktivieren, damit man frühzeitig für Ersatz sorgen könne", betont Peter. Die Gültigkeit der Klausel in der laufenden Transferperiode wurde laut seiner Aussage zu keiner Zeit ansatzweise in Zweifel gezogen. "Sie ergibt sich nicht nur aus dem Wortlaut, sondern wurde auch von mehreren Teilnehmern an den Vertragsverhandlungen nochmals ausdrücklich bestätigt", betont Okpalas Berater.

„Wäre Waldhof Mannheim seinen vertraglichen Verpflichtungen nachgekommen, wäre die fristlose Kündigung niemals ausgesprochen worden.“ (Okpala-Berater Markus Peter)

Ende November habe er den Waldhof darüber informiert, dass die Entscheidung gefallen sei und Okpala den Verein im Winter verlassen werde. "Wäre Waldhof Mannheim seinen vertraglichen Verpflichtungen nachgekommen, einerseits den Transfervertrag mit dem SCP zu unterzeichnen und andererseits das Arbeitsverhältnis mit Kenny zu beenden, wäre die fristlose Kündigung niemals ausgesprochen worden", sagt Peter weiter.

Der Sportrechtler Horst Kletke habe den Waldhof schriftlich aufgefordert, dies zu tun und schließlich mit der Abmahnung Mannheim nochmals die Gelegenheit gegeben, die erforderlichen Erklärungen abzugeben. "Dies hat der Waldhof vertragswidrig nicht getan, sodass Kenny berechtigt und gezwungen war, darauf mit der fristlosen Kündigung zu reagieren, um seine vom Waldhof rechtswidrig vorenthaltenen Rechte zu wahren", sagt Peter abschließend.

Paderborner sehen die Querelen entspannt

Der SCP verweist seinerseits am Samstagmittag auf Nachfrage auf das Statement von Kletke, das der kicker am Freitag veröffentlicht hatte. "Wir können nicht mehr sagen, als wir in unserer Pressemitteilung auch bekannt gegeben haben. Sonst hätten wir sie so auch nicht herausgegeben", sagt SCP-Pressesprecher Manuel Holscher auf Nachfrage des kicker. Die Ostwestfalen scheinen die nun eingetretenen Querelen um die Vertragssituation von Okpala jedenfalls locker und entspannt zu sehen. So postete der SCP am Samstag ein Bild mit dem 21-Jährigen auf dem Platz im Trainingslager in der Türkei.

Kletke hatte betont, dass in dem Arbeitsvertrag von Okpala genau festgelegt sei, was, wann, wie zu passieren habe: "Das ist alles eingelöst worden - einschließlich dessen, was Paderborn zu tun hat." Da der Waldhof aber verweigere, was im Vertrag stehe, habe Okpala die fristlose Kündigung ausgesprochen: "Wir haben aus unserer Sicht alles vollkommen korrekt gehandhabt - Paderborn genauso. Dementsprechend ist er dort nun auch mit integriert in die Mannschaft im Training", betonte Kletke.

Mannheim könnte viel Geld durch die Lappen gehen

Besonders brisant könnte die fristlose Kündigung für den notorisch klammen Verein werden, der seit Jahren von den Millionen-Zuwendungen von Mäzen Bernd Beetz abhängig ist. Nachdem der Waldhof angekündigt hat, einen Arbeitsrechtler mit dem Fall zu betrauen, könnte der Fall vor dem Arbeitsgericht landen. Sollte die fristlose Kündigung von Okpala dort bestehen, würde dem Waldhof die festgeschriebene Ablösesumme in Höhe von 550.000 Euro durch die Lappen gehen.