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Pomer als Mann der Stunde: Sticht das Schweizer Taschenmesser wieder im Derby?

kicker

Bislang blieb die Wikinger Weste in den Lokalduellen blütenweiß. Gegen Blau-Weiß Linz feierte der Aufsteiger den ersten Saisonsieg, im Cup nahm man die Hürde Gurten. Trotz Auswärtsansetzung genoss Ried im bezirksinternen Match einen gewissen Heimvorteil - der Pokalfight wurde im Klaus-Roitinger-Stadion ausgetragen, wo die Sportvereinigung täglich ihre Trainings absolviert. "Es war surreal, dort vor ausverkauftem Haus zu spielen", sagt Philipp Pomer, der gegen Gurten bis zur 65. Minute mitwirkte, im Gespräch mit dem kicker.

Die Schwarz-Grünen stehen also im Cup-Achtelfinale - wieder einmal. In den letzten 25 Jahren mussten sie nur fünf Mal die Segel früher streichen, regelmäßig stoßen die Innviertler auch weiter vor. 2013 und 2022 erreichte man das Endspiel, 2023 die Runde der letzten vier. Die begehrte Trophäe wanderte 1998 und 2011 nach Ried. Der Bewerb hat im Verein einen hohen Stellenwert, dessen ist sich auch Pomer bewusst: "Es ist ein großes Thema bei uns in der Mannschaft. Je weiter wir kommen, desto intensiver wird es. Wir spielen im Cup, um diesen zu gewinnen."

In der Bundesliga gewinnen konnte die SVR in der laufenden Spielzeit zum ersten Mal vergangenes Wochenende. Mit seinen beiden Treffern gegen Blau-Weiß Linz avancierte Pomer zum Matchwinner, wurde von der kicker-Redaktion zum Spieler der Runde gewählt: "Ich freue mich über diese Anerkennung, aber der Sieg bedeutet mir mehr. Ich spiele schon lange genug Fußball, um zu wissen, dass da die gesamte Mannschaft dazugehört."

Nach der Partie gegen Blau-Weiß wurde Pomer von Ried-Trainer Maximilian Senft als "Schweizer Taschenmesser" bezeichnet, "weil er alles spielen kann." Am liebsten spielt Pomer allerdings in der linken Verteidigung, wo er vor der Rieder Dreierkette agiert: "Das ist die Position, die mir am besten liegt."

"Wir wollen den Neuen zeigen, was es bedeutet, in Ried zu spielen"

Pomers Vergangenheit bei den Stahlstädtern spielte für ihn beim Derby keine Rolle: "Bei Blau-Weiß hat sich viel getan. Sehr viele, mit denen ich zusammen gespielt oder gearbeitet habe, sind nicht mehr dort. Dementsprechend war es nicht komisch." Apropos Ex-Klub: Seine Jugend verbrachte der gebürtige Wiener bei der Austria, mit den momentan schwer gebeutelten Veilchen beschäftigt sich Pomer aber nicht: "Das verfolge ich gar nicht. Ich sehe die Austria als Konkurrenz, ob die Turbulenzen haben oder nicht, ist nicht in meinem Kopf."

Als absoluter Führungsspieler bei den Innviertlern ist Pomer auch für die Integration der Neuzugänge zuständig: "Wir versuchen, ihnen auf und neben dem Platz zu helfen. Wir führen viele Gespräche, wollen ihnen zeigen, was es bedeutet, in Ried zu spielen. Die, die kommen, nehmen das auch immer dankend an." Einer dieser Neuzugänge ist Yusuf Maart. Der Südafrikaner wurde bislang in jedem Spiel eingesetzt, startete in der Bundesliga zuletzt dreimal in Serie.

Dabei fällt er nicht nur durch seine Zweikampfbereitschaft auf, sondern auch durch seine Arbeitskleidung. Selbst bei Temperaturen jenseits der 30 Grad ist Maart schon mit langer Unterziehhose aufgelaufen. Das sorgte auch in der Rieder Mannschaft für Gesprächsstoff, wie Pomer offenbart. "Den wahren Grund kennen wir tatsächlich nicht. Es gibt aber Gerüchte", schmunzelt der 28-Jährige. "Er rutscht sehr viel am Platz."

Pomer hat das Toreschießen für sich entdeckt

Momentan ist die SV Ried tabellarisch die Nummer eins in Oberösterreich. Das soll auch nach der Partie gegen den LASK am Samstag (17 Uhr, LIVE! bei kicker) so bleiben. Pomer weiß um die Bedeutung des Spiels in der Region: "Ich glaube, die Fans fiebern diesem Spiel am meisten entgegen. Man könnte schon sagen, dass es das wichtigste aller Oberösterreich-Derbys ist."

Für Pomer wird es nicht das letzte gewesen sein, der Vertrag des aktuell längstdienenden Rieders läuft vorerst noch bis 2026. Seit über vier Jahren trägt er das schwarz-grüne Dress: "Ich fühle mich mit meiner Familie sehr wohl, habe hier auch meine Frau kennengelernt." Vor kurzem wurde Pomer Vater eines Sohnes. Ob er über 2026 hinaus ein Wikinger bleibt, ist noch nicht entschieden: "Ich lasse es auf mich zukommen, das Fußballgeschäft ist kurzlebig. Es gab bis jetzt keine Gespräche. In Österreich kann man sich aber sehr wohl fühlen als Fußballer."

Mit dem Doppelpack gegen Blau-Weiß hat Pomer bereits seinen persönlichen Torrekord in der Bundesliga eingestellt: "Das wusste ich nicht", lacht Pomer nach dem Hinweis des kicker. Auch zu einer Prognose bezüglich seiner weiteren Treffsicherheit ließ er sich hinreißen: "Wenn ich zehn Tore auf der linken Verteidigerposition erzielen würde, wäre ich schon sehr glücklich." Gegen den LASK gibt es die Möglichkeit, sich dieser Marke anzunähern.