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Präger: "Ich war immer da, wenn’s gebrannt hat"

kicker

Seit 1969 verleiht der kicker die Torjägerkanone dem erfolgreichsten Bundesliga-Stürmer der Saison. Darüber hinaus gibt es seit 2019 für die Amateure die "Torjägerkanone für alle". In unserer Interview-Serie sprechen legendäre Torjäger über ihre Karriere. Heute an der Reihe: Roy Präger.

Bei welchem Verein haben Sie angefangen zu kicken?

Das war noch zu DDR-Zeiten: In Fernneuendorf, dem kleinen Dorf, wo ich herkomme, hatten wir einen ausgetrockneten Teich. Da haben wir zwei Tore reingestellt, und dann ging’s los mit dem Fußballspielen. Kurz darauf bin ich in die SG Kummersdorf/Fernneuendorf eingetreten. Da war mein Vater Trainer.

Waren Sie schon als Kind ein Torjäger?

Na ja, in den ersten Jahren war ich ein echter Chancentod! Das wurde mit den Jahren besser, später kamen immer mehr Tore dazu - und das, obwohl ich nie Elfmeter geschossen habe!

Hatten Sie ein Vorbild?

Den Dänen Brian Laudrup. Er hatte eine tolle Spielweise mit seinen feinen Dribblings und schnellen Finten. Das hat mir gefallen.

Welches war Ihr wichtigstes Tor?

Meine beiden Aufstiegstore für den VfL Wolfsburg gegen Mainz im Jahr 1997. Wir waren eine etwas ältere Mannschaft mit Detlev Dammeier, Holger Ballwanz, Uwe Zimmermann und meiner Person. Dieses Spiel war für uns damals die letzte große Möglichkeit, in die Bundesliga zu kommen. Insofern waren diese beiden Tore die Grundlage für alles, was später folgte.

Wer war Ihr bester Mitspieler?

Tony Yeaboah beim Hamburger SV. Ein klasse Spieler, der mich in Hamburg super aufgenommen hat. Auf dem Platz konnte man ihn einfach immer anspielen. Das war mega!

„Wir haben es uns auf dem Platz immer gegeben ohne Ende - aber immer fair.“ (Roy Präger über Holger Greilich)

Wer war Ihr bester Gegenspieler?

Mit meiner permanenten Laufarbeit war ich bei meinen Gegenspielern eher unbeliebt - sie hatten Probleme mit mir, ich weniger mit ihnen. Wenn ich mich aber festlegen müsste, dann war es wohl Holger Greilich von Mainz 05. Wir haben es uns auf dem Platz immer gegeben ohne Ende - aber immer fair.

Welcher gegnerische Torwart war der beste?

Oliver Kahn. Seine Präsenz auf dem Spielfeld war einzigartig. An ihm einen Ball vorbeizuschießen war sehr, sehr schwer.

Was war Ihre Stärke?

Meine Teamfähigkeit und mein Kampfgeist. Ich bin immer vorangegangen und war immer da, wenn’s gebrannt hat. Mit meiner Art und meiner Dynamik konnte ich meine Mannschaftskameraden ganz gut mitreißen.

Was war Ihre Schwäche?

Elfmeter. Gegen Oliver Kahn habe ich mal einen verschossen - und bin danach auch nicht mehr zum Elfer angetreten. Ich hatte wohl so etwas wie eine Elfmeter-Phobie.

Interview: William Harrison