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Quansah erklärt Zwangspausen: "Weiß nicht, ob mein Körper optimal reagiert hat"

kicker

Die zwei kniffeligsten Aufgaben meisterte Jarell Quansah bereits vor dem Spiel gegen Newcastle United souverän. Ließ sich der Leverkusener Verteidiger, der im Sommer für 35 Millionen Euro Ablöse plus Boni vom FC Liverpool unter das Bayer-Kreuz wechselte, doch nicht aufs Glatteis führen, als er bei der Pressekonferenz vor der Champions-League-Partie nach den Turbulenzen bei seinem Ex-Klub befragt wurde.

Salah? Slot? Quansah umdribbelt locker die Fettnäpfchen

So kam dem englischen Nationalspieler kein heikles Wort über die Lippen. Weder zu dem vor dem Abschied und mit Trainer Arne Slot im Streit stehenden Mo Salah, noch zu seiner Wahrnehmung des niederländischen Meistertrainers.

"Ich kann nur darüber sprechen, was ich gesehen habe, als ich dort war. Er ist ein großartiges Vorbild und hat einen tollen Charakter in der Umkleidekabine", äußerte er sich rein positiv zum Stürmerstar der Reds, "man weiß nicht genau, was hinter den Kulissen vor sich geht. Es steht mir definitiv nicht zu, darüber zu spekulieren." Seine Antwort zu Slot, bei dem er meist Ersatz war, fiel neutral und ebenfalls unverfänglich aus. "Es geht nicht darum, wie es letztes Jahr war und was passiert ist. Ich konzentriere mich ganz auf das, was ich jetzt tue. Ich muss nicht über meine Beziehungen zu anderen Trainern sprechen."

„Manchmal ist es zu einfach für Jarell, weil er sehr schnell im Kopf ist.“ (Kasper Hjulmand)

Zwei Fragen - und zwei locker umdribbelte Fettnäpfchen. Entweder war Quansah gut vorbereitet oder aber er ist einfach nur clever. Wahrscheinlich trifft beides zu. Letzteres ziemlich sicher. Erklärte Leverkusens Trainer Kasper Hjulmand doch später zum Spieler Jarell Quansah und dessen Entwicklung: "Ich habe ihm vor ein paar Wochen gesagt, dass es manchmal zu einfach für ihn ist, weil er sehr schnell im Kopf ist."

Schnell im Kopf und schnell auf den Beinen. Der 22-jährige Engländer bringt viele Dinge mit, um ein herausragender Verteidiger zu werden, wie sein Trainer meint. "Ich sehe einen jungen Spieler mit großem Potenzial. Er hat noch Raum für Verbesserungen, und das sagt viel aus: Denn er spielt bereits auf einem sehr hohen Niveau. Es ist eine gute Nachricht, dass er gut ist und noch viel lernen kann."

Im März verlor Quansah mit Liverpool das League-Cup-Finale gegen Newcastle

Das, was er bereits gelernt hat, möchte Quansah ("Ich möchte einfach immer besser werden") am Mittwoch gegen Newcastle United zeigen. Einen Gegner, an den er unschöne Erinnerungen hat, nachdem er vergangene Saison im März mit Liverpool das League-Cup-Finale 1:2 gegen die Magpies verlor. "Danke dafür, dass Sie mich daran erinnert haben", antwortete Quansah und verwies auf den Jahresendspurt, bei dem Bayer Weichen stellen kann und muss.

In der Champions League Richtung Top-8, die mit einem Sieg - es wäre der dritte in der Königsklasse in Serie - gegen die Engländer realistisch wäre. In der Liga mit einem Derby-Erfolg gegen den 1. FC Köln, um nach zuletzt zwei Niederlagen in der Meisterschaft nicht endgültig den Kontakt zu den drei Spitzenteams aus München, Leipzig und Dortmund zu verlieren. Zumal Bayer zum Jahresabschluss in Leipzig antreten muss.

„Wir müssen auch in der Bundesliga wieder zum Siegen zurückfinden.“ (Jarell Quansah)

"Es ist eine wichtige Woche. Ein sehr wichtiges Spiel in der Champions League. Es kann uns in der Konkurrenz wirklich hervorheben oder uns wieder in eine sehr schwierige Lage bringen. Man muss solche Momente nutzen", erklärte Quansah mit Blick auf den 2:0-Sieg bei Manchester City, der Bayer in der Königsklasse wieder voll ins Rennen gebracht hat. Auch wenn es zuletzt in der Liga die Niederlage in Augsburg gegeben habe, "habe ich das Gefühl, dass wir viel positiven Schwung mitgenommen haben. Wir wissen, dass wir in der Lage sind, die Spitzenmannschaft zu schlagen, und dass wir unsere Spielweise umsetzen können. Das ist für Mittwoch auf jeden Fall wichtig."

Die Erfolge bei den Skyblues sowie im DFB-Pokal bei Borussia Dortmund und das daraus gewachsene Selbstvertrauen sollen danach auch national für einen Schub sorgen. "Hoffentlich bringt das auch Schwung für die nächsten beiden Spiele in der Liga, die sehr wichtig sind", sagt Quansah mit Blick auf das Derby gegen den 1. FC Köln am Samstag und den Jahresabschluss in Leipzig, "wir müssen auch in der Bundesliga wieder zum Siegen zurückfinden."

Quansahs Patellasehne zeigte eine Überlastungsreaktion

Zuletzt konnte Quansah allerdings nicht andauernd zum Leverkusener Erfolg beitragen. Seitdem er im Oktober von der englischen Nationalmannschaft mit einer Reizung an der Patellasehne zurückkehrte, muss die Spielbelastung beim Leverkusener Rekordeinkauf reduziert werden. In den englischen Wochen kam Quansah deshalb meist nur in zwei von drei Partien von Beginn an zum Einsatz, so dass Sechser Robert Andrich immer wieder als rechter Innenverteidiger aushelfen musste.

Quansah ordnet seine Knieprobleme als eine Reaktion auf die für ihn vor dieser Saison völlig ungewohnte Dauerbelastung ein. Stand er doch zuvor in Liverpool nicht regelmäßig in der Startelf und war auf die englischen Wochen trotz seiner Herkunft körperlich nicht vorbereitet. "Das war einfach etwas, das man in den Griff bekommen musste. Von einer Saison, in der ich nicht viel gespielt habe, zu einer Saison, in der ich sofort viel Spielzeit bekam", erklärt der Profi, "ich weiß nicht, ob mein Körper darauf wirklich optimal reagiert hat."

Quansahs Speed wird auch gegen Kölns El Mala und Leipzig gebraucht

Im Moment hat die medizinische Abteilung im Zusammenspiel mit dem Trainerstab diesen Störfaktor unter Kontrolle. "Es war nur ein kleines Problem, das man hier und da in den Griff bekommen musste", sagt Quansah, "aber ich fühle mich besser. Hoffentlich bleibt das so." Wird seine Schnelligkeit in Kopf und Beinen doch in allen drei verbleibenden Spielen vor dem Jahreswechsel nicht nur gegen Newcastle, sondern auch gegen Kölns Shootingstar Said El Mala sowie Leipzigs Hochgeschwindigkeitsfußball dringend benötigt.