Österreichs Teamchef Ralf Rangnick hat bei der Kader-Bekanntgabe für die beiden Quali-Spiele gegen Zypern und Bosnien-Herzegowina mit der erstmaligen Nominierung von Nikolaus Wurmbrand überrascht. "Wir haben ihn schon länger auf dem Radar. Er hat zuletzt richtig gute Spiele gemacht. Wir haben nicht so viele Spieler mit dem Profil, das er mitbringt - Tempodribblings, tiefe Läufe", sagte Rangnick über den Rapid-Stürmer, der im aktuellen Kader der einzige potenzielle Debütant ist.
Eine Premiere gab es auch für Alessandro Schöpf. Der WAC-Profi Schöpf wurde erstmals von Rangnick einberufen, sein 32. und bisher letztes Länderspiel absolvierte der 31-jährige Tiroler beim Heim-2:2 im März 2022 gegen Schottland. "Er hat zuletzt immer gut gespielt und physisch einen sehr guten Eindruck hinterlassen, und er ist nach allen Infos, die ich habe, auch ein guter Junge, der sich gut einfügt", meinte Rangnick.
"Gute Fortschritte" bei Alaba
Unterdessen reist David Alaba nach überstandener Knieverletzung erstmals seit vergangenem März zur ÖFB-Auswahl. Der Kapitän hat laut Rangnick "in den letzten Wochen gute Fortschritte gemacht. Ich gehe davon aus, dass er einsatzfähig ist, glaube aber nicht, dass er beide Spiele über 90 Minuten machen wird."
Dass Alaba bei Real Madrid offenbar auf dem Abstellgleis steht, bereitet Rangnick kein großes Kopfzerbrechen. "Wenn er richtig fit ist, mache ich mir keine Sorgen, dann ist er nach wie vor gut genug für Real. Ich bin überzeugt davon, dass sie ihn dann in Madrid gut gebrauchen können und er dort zu Einsätzen kommen wird."
Auch Florian Grillitsch hat auf Vereinsebene Probleme, wurde aber von Rangnick trotzdem berücksichtigt. "Da wird heute oder morgen etwas passieren", deutete Rangnick einen Klubwechsel des Mittelfeldspielers an und betonte, Spielpraxis seiner Akteure sei im Hinblick auf eine mögliche WM-Teilnahme wichtig. Dies gelte auch für Marko Arnautovic, der sich nach einem Flirt mit Rapid für Roter Stern Belgrad entschied. "Mir ist es relativ egal, wo jemand spielt, Hauptsache er spielt regelmäßig", meinte der Deutsche.
Cinel bleibt an Bord
Rangnick versammelt seine Mannschaft ab Montag in Windischgarsten. Zum Trainerstab zählt weiterhin Onur Cinel, obwohl der 40-Jährige mittlerweile als Chefcoach von Cercle Brügge arbeitet. Deshalb wird Cinel erst am 5. September zum Team reisen und drei Tage später nach Belgien zurückkehren. Der Ex-Salzburg-Trainer soll dem Staff auf jeden Fall bis inklusive der möglichen WM-Teilnahme angehören.
Die beiden anstehenden Partien werden wohl schon Aufschluss darüber geben, ob Österreich erstmals seit 1998 bei einer Weltmeisterschaft dabei sein wird. "Es geht jetzt in die heiße Phase. Wir sind mit zwei Siegen gut gestartet, jetzt geht es darum, auf die Leistungen in diesen beiden Spielen aufzubauen. Wenn wir unser Leistungsvermögen abrufen, können wir beide Spiele gewinnen, und das wollen wir auch", erklärte Rangnick.
Bosnien-Herzegowina führt die Tabelle in Gruppe H mit neun Punkten aus drei Partien vor Österreich (6/2) an, Zypern liegt mit drei Zählern aus drei Spielen an der vierten Stelle. "Es gibt überhaupt keinen Grund, Zypern auf die leichte Schulter zu nehmen. Sie haben richtig gute Kicker", warnte Rangnick. Die Partie in Linz ist bereits ausverkauft, für die letzten beiden Quali-Heimspiele am 9. Oktober gegen San Marino und am 18. November gegen Bosnien im Happel-Stadion sind jeweils rund 30.000 Karten abgesetzt. Der Einzelverkauf startet in der kommenden Woche.