Es sind Geschichten, die ... ihr wisst, was jetzt kommt: Nur der Fußball schreibt! Vor ein paar Monaten noch kickte Claudy Mbuyi für den SKN St. Pölten in der 2. Liga zwischen Lafnitz, Amstetten und Co., an diesem Donnerstag schoss er vor über 22.000 Fans in der Hütteldorfer Nacht den SK Rapid in den Hauptbewerb der Europa Conference League. Mit seinem Doppelpack im Rückspiel gegen Györi ETO (2:0) liquidierte der 26-jährige Franzose die 1:2-Hypothek aus Ungarn und bescherte den Wienern wieder einen europäischen Herbst.
"Ein großartiger Tag für mich! Wir haben gewonnen und ich hab' zwei Tore geschossen", strahlte der Held in Grün-Weiß bei den Interviews in der Mixed Zone bis über beide Ohren. "Ich fühle mich gesegnet und genieße jeden Tag, den ich bei diesem Klub habe."
Auch beim schon gewohnten Teamkreis nach Abpfiff stand Mbuyi an diesem Abend im Mittelpunkt und richtete ein paar Worte an die Mannschaft. "Ich habe einfach Danke zu meinen Teamkollegen und dem Klub gesagt. Der Start war für mich nicht einfach, aber jetzt fühle ich mich schon viel besser. Sie haben mich wunderbar willkommen geheißen."
Rapid-Trainer Stöger über Mbuyi: "Er deckt vieles ab, was ein guter Stürmer braucht"
Unter den durchaus prominenteren Offensivneuzugängen wie Janis Antiste, Petter Nosa Dahl oder vor Kurzem auch Marco Tilio, die im Laufe dieses Transfersommers gekommen sind, schien Zweitliga-Torschützenkönig Mbuyi eher als Alternativvariante für den Angriff einzuordnen zu sein. Doch Sportchef Markus Katzer wies bereits bei der Saisonstart-Pressekonferenz vor sechs Wochen auf die Qualitäten des bulligen, aber ebenso agilen Stürmers hin: "Passt auf Mbuyi auf, der wird einige überraschen", deutete Katzer schon damals an, dass der Franzose das Zeug für mehr als nur zum Ergänzungsspieler hat.
"Man hat schon letzte Saison, als er noch bei St. Pölten war, gesehen, dass er jeder Mannschaft mit seiner Physis, seiner Schnelligkeit und mit dem extremen Zug zum Tor wehtun kann", beschrieb Trainer Peter Stöger die Attribute seiner Nummer 71. Auch dessen Stärken in der Luft hob der Coach hervor. "Er deckt vieles ab, was ein guter Stürmer braucht und er ist ein extrem positiver Charakter, der hier seine große Chance sieht, sich zu beweisen. Das merkt man in jeder Trainingseinheit."
Kapitän Matthias Seidl, der im Vierer-Mittelfeld wieder aus dem defensiven Zentrum kam und sich die Bälle teilweise tief in der eigenen Hälfte holte, war von der Leistung des neuen Stürmers ebenfalls angetan: "Ich freue mich extrem für ihn. Er hat in den ersten Wochen schon bewiesen, dass er was draufhat, körperlich gut ist, einen gewissen Speed mitbringt und auch im Abschluss gut ist". Wie Trainer Stöger bescheinigt auch der Spielgestalter Mbuyi: "Er bringt viel mit, was uns weiterhelfen kann. Heute hat man das sehen können."