Beim Spiel zwischen dem Oberligisten aus Stahnsdorf und dem Zweitligisten aus Kaiserslautern lief die 56. Minute, als der Stadionsprecher über die Mikrofone einen rassistischen Vorfall öffentlich machte. "Es gab gerade eine rassistische Beleidigung gegen einen Auswechselspieler des 1. FC Kaiserslautern", lautete der erste Teil der Durchsage. Offenbar war der namentlich nicht genannte Spieler während des Aufwärmens am Spielfeldrand von einem Zuschauer beleidigt worden.
Man verwehre sich "gegen jede Art von rassistischer Beleidigung aus", sagte der Stadionsprecher weiter durch. "Hier bei uns ist jeder herzlich willkommen. Wir wollen das nicht, wir dulden das nicht. Bitte verhaltet euch anständig." Durch das schnelle Eingreifen von anderen Zuschauern sowie des Sicherheitsdiensts konnte der Täter ermittelt werden, das Spiel wurde ohne Unterbrechung fortgesetzt.
Einem Bericht der Märkischen Allgemeinen Zeitung zufolge wurde der Zuschauer von der Tribüne verwiesen. Fans beider Lager skandierten im Anschluss "Nazis raus". Stahnsdorf war für die Partie ins Karl-Liebknecht Stadion in Potsdam ausgewichen, in dem normalerweise Regionalligist SV Babelsberg seine Heimspiele austrägt.
Stahnsdorf kündigt Aufarbeitung an
Auch FCK-Trainer Torsten Lieberknecht sprach auf der Pressekonferenz nach dem Spiel über den Vorfall. Den Namen des Spielers wollte er nicht preisgeben, "weil er sich mit der Situation zurechtfinden muss". Er habe noch nicht mit dem Spieler gesprochen, man habe ihn zunächst "in Ruhe gelassen", wolle aber im Nachgang noch das Gespräch suchen. Lieberknecht lobte das Eingreifen des Publikums und nahm den Heimverein in Schutz: "Es ist nicht das Sinnbild, für das Stahnsdorf steht, und wie wir hier empfangen wurden." Aber: "Irgendein Vollidiot ist immer dabei." Nun sei "erst einmal Durchpusten angesagt".
Stahnsdorf-Pressesprecher Kay Seifarth betonte, dass der Verein den Vorfall mit aller Akribie und Härte aufarbeiten wolle. Man befinde sich dazu bereits im Austausch mit der Polizei.