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Regulär oder irregulär? Tabakovic und Dahmen uneins in Torfrage

kicker

In der 36. Spielminute schob Haris Tabakovic bei einer Ecke von Luca Netz zunächst Robin Fellhauer im Fünfmeterraum zur Seite und war dann auch noch vor Finn Dahmen am Ball, um diesen in die Maschen zum 3:0 zu köpfen. Der Bosnier setzte dabei aber auch seinen Ellenbogen leicht ein, weshalb der FCA-Schlussmann überzeugt war, dass das Tor nicht hätte zählen dürfen.

"Er greift mir in den Arm rein", sagte Dahmen und erklärte: "Als Torwart ist es unmöglich, einen Ball zu fangen, wenn dir jemand in den Arm greift. Das kann jeder mal daheim ausprobieren. Deswegen ist es für mich ein ganz klares Foul. Es ist mir unerklärlich, dass sich der Schiedsrichter das nicht anguckt beziehungsweise nicht rausgeschickt wird."

In der Tat ging Referee Harm Osmers nicht raus in die Review Area, der Unparteiische hatte aber Kontakt mit dem Videoassistenten, der das Tor auch auf etwaige Irregularitäten überprüfte - und offensichtlich zum Ergebnis kam, dass der Treffer nicht zurückgenommen wird. Sehr zum Missfallen von Dahmen, der auch verriet, dass Osmers gesprochen und dieser seinen Punkt eigentlich verstanden habe. "Er hat beim Videoschiedsrichter nachgefragt - und der muss ihm aus irgendeinem Grund gesagt haben, dass es kein Foul war."

Tabakovic: "Viel zu wenig für ein Foul"

Torschütze Tabakovic dürfte sich jedenfalls von der Entscheidung bestätigt gefühlt haben. "Das ist viel zu wenig für ein Foulspiel. Ich komme vor ihm an den Ball und er springt - das ist zu wenig. Ich denke, dass das Tor regulär ist", sagte der Bosnier, der auch nach Ansicht der Bilder "nicht unbedingt einen Ellenbogeneinsatz" gesehen haben möchte. Auch verwies der Stürmer darauf, dass derartige Zweikämpfe häufig nicht gepfiffen würden, wie er aus eigener Erfahrung wisse. "Wenn ich sehe, wie die Verteidiger auf mich in der Box zugehen. Das wird oft auch nicht gepfiffen."

In der Tat war es vom Schiedsrichtergespann richtig, Tabakovics Körpereinsatz nicht als Foul zu werten. Keven Schlotterbeck, der sich nach Abpfiff nicht mit Kritik an seiner Mannschaft zurückhielt, betonte derweil, dass das Tor "im Endeffekt auch nicht spielentscheidend gewesen" sei, sondern, dass "spielentscheidend war, wie wir auf dem Platz gestanden sind" - und die Gladbacher eben auch. Und die dürften mit sich und der Welt im Reinen gewesen sein. "Wir wussten, dass ein sehr schwieriges und sehr wichtiges Spiel wird", sagte Tabakovic und stellte fest: "Wir haben es von der ersten Minute sehr gut gemacht und es sehr solide runtergespielt."

Polanski will Neuhaus das Dauergrinsen wieder nehmen

Lob gab es auch vom Trainer. "Wir wollten energie- und druckvoll ins Jahr starten - mit relativ vielen Torraumszenen", verriet Eugen Polanski und stellte fest, dass man "gerade in der ersten Halbzeit mit sehr viel Energie gespielt" und es auch ansonsten gut gemacht habe. Im Endeffekt "hat jeder ein gutes Spiel gemacht" - und "wenn das Team gut funktioniert, dann hilft das jedem anderen auch".

So stand am Ende der zweite Heimsieg der Saison. "Es wurde auf jeden Fall mal wieder Zeit", freute sich Florian Neuhaus. "Mit der Art und Weise können wir sehr zufrieden sein und haben am Ende verdient gewonnen. Wir hatten gute Kontrolle mit Ball, haben sehr variabel gespielt, in den richtigen Momenten die Tore erzielt und es in der zweiten Halbzeit souverän zu Ende gespielt. Es ist einfach ein schöner Tag. Jeder Borusse hat heute ein Dauergrinsen im Gesicht, aber es geht auch schnell wieder weiter."

Polanski gönnte seinem Mittelfeldspieler die gute Laune. "Das Dauergrinsen heute kann er gerne haben", sagte der Coach und ergänzte scherzhaft: "Der Tag ist ja nicht mehr so lang - morgen nehme ich es ihm wieder."