Red Bull Salzburg hat sich für die Mission Rückeroberung des Meistertitels noch einmal Rückenwind geholt. Stark war die Leistung am Sonntag beim 1:0-Erfolg im Cup-Viertelfinale bei Titelverteidiger WAC zwar wieder einmal nur in der ersten Hälfte. Anfang März greifen die Bullen im Halbfinale gegen SCR Altach aber nach ihrem ersten Finaleinzug seit 2022. Das Bundesliga-Frühjahr eröffnet der Tabellenführer am Freitag (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker) mit einem Heimspiel gegen die Wiener Austria.
Drei Punkte haben die Salzburger auf den ersten Verfolger LASK gut. Sie scheinen trotz ihres Aus in der Europa League gestärkt aus der Winterpause hervorgegangen zu sein. "Wenn wir so agieren wie in den ersten 30 Minuten oder in der ersten Hälfte, wird es schwer, uns zu schlagen", meinte Trainer Thomas Letsch nach dem Gastspiel in Wolfsberg. "Aber wir müssen aufpassen, ein Spiel geht halt über 90 Minuten."
Die Bullen verabsäumten es, in numerischer Überlegenheit einen zweiten Treffer nachzulegen. "Wir haben den Gegner zu lange im Spiel gelassen. Wir hätten es schon viel früher entscheiden müssen", befand Letsch. "In Ballbesitz müssen wir einfach ruhiger und cooler sein." Schon im Test vor einem Monat gegen Bayern München hatte man vor der Pause mitgehalten, aber noch 0:5 verloren. Beim 2:3 in der Europa League bei Aston Villa verspielte Salzburg am Donnerstag eine 2:0-Führung.
Vorbereitung gut genutzt
Die Partie in Birmingham steckte auch im Lavanttal noch in den Knochen. Torhüter Alexander Schlager wähnt die Bullen seit der Amtsübernahme von Letsch vor etwas mehr als einem Jahr aber auf einem guten Weg. "Wir haben alle drei Tage gespielt im letzten halben Jahr. Da ist es auch nicht leicht, gewisse Dinge zu implementieren", betonte der ÖFB-Goalie. "Das haben wir jetzt in der Vorbereitung gemacht, das spürt man."
In ihrem ersten Pflichtspiel nach der Winterpause hatten die Salzburger vor eineinhalb Wochen einen 3:1-Heimsieg gegen den FC Basel bejubelt. "Nichtsdestotrotz gibt es zahlreiche Punkte, wo wir uns verbessern können", meinte Schlager. Wichtig sei, dass man eine Entwicklung erkenne und bei der Art und Weise, wie man Fußball spielen wolle, Schritte nach vorne mache. "Das gelingt uns momentan sehr gut. Gleichzeitig heißt es am Boden bleiben. Die Tabelle ist jetzt noch nicht relevant."
„Es ist immer eklig hier zu spielen.“ (Salzburgs Frans Krätzig nach dem Sieg in Wolfsberg)
Relevant war vorerst nur der Cup-Aufstieg. 2023 und 2025 waren die Bullen jeweils im Viertelfinale gescheitert. Im Vorjahr hatten sie zudem beide Ligagastspiele in Wolfsberg verloren. "Es ist immer eklig hier zu spielen", meinte Defensivmann Frans Krätzig. Goldtorschütze Karim Konate nahm eine Hüftblessur aus Kärnten mit. Der 21-Jährige, der erst vor wenigen Wochen nach einjähriger Verletzungspause wegen eines Kreuzbandrisses sein Comeback gegeben hatte, soll laut Clubangaben am Montag genauer untersucht werden.
WAC in der Liga gefordert
Beim WAC überwog nach einem harten Ausschluss gegen Cheick Mamadou Diabate bereits in der 19. Minute die Enttäuschung. "Wenn man eine Rote Karte gibt, muss man sich tausendprozentig sicher sein", monierte Trainer Ismail Atalan, der von einer "50:50-Entscheidung" sprach. "Vielleicht sollte man den Video-Assistenten mal ganz rausnehmen." Dieser hatte sich nach Diabates Zweikampf mit Edmund Baidoo nämlich ebenfalls nicht eingeschaltet.
Eine Möglichkeit zur Frustbewältigung bietet der Ligastart am Sonntag (14.30 Uhr) zu Hause gegen den GAK. "Es ist natürlich bitter. Wir wollen eine gute Meisterschaft spielen und da jetzt entsprechend draus lernen", sagte Atalan. "Wir haben jetzt fünf extrem wichtige Spiele", ergänzte Abwehrspieler Dominik Baumgartner. "Wir wollen unbedingt ins obere Play-off. Da zählt jeder Punkt und jeder Sieg." Zwei Zähler fehlen dem Tabellenachten derzeit auf die Top 6.
Um diese noch zu erreichen, wollen sich die Wolfsberger noch verstärken. Bis zu drei neue Spieler sollen diese Woche noch kommen - finanziert zum Teil auch mit den insgesamt 5,5 Mio. Euro, die in Raten für den Wechsel von Topverteidiger Chibuike Nwaiwu zu Trabzonspor in die WAC-Kasse fließen. Das Transferfenster in den großen europäischen Ligen schließt am (heutigen) Montag, die Konkurrenz am Markt wird dadurch kleiner. In Österreich sind Spielerverpflichtungen noch bis Freitag (17 Uhr) möglich.