Während Regionalligist Lotte schon dreimal in der Liga ran musste (ein Unentschieden, ein Sieg und eine Niederlage), ist die Pokalpartie in Ostwestfalen für den SC Freiburg (Samstag, 18 Uhr, LIVE! bei kicker) der Pflichtspielauftakt. Über 2000 Fans werden den Sport-Club vor Ort unterstützen. "Dass sie die eine oder andere Woche voraus sind, gleicht es zum Teil aus und macht es zum Teil auch spannender", sagt SC-Trainer Julian Schuster vor der Pokalaufgabe, die kein Stolperstein für sein Team werden soll. "Um eine Sensation zu verhindern ist es wichtig, die Basics abzuarbeiten und unsere Qualität abzurufen. Dementsprechend haben wir die Jungs vorbereitet auf ein Spiel, das wir genauso seriös angehen wie jedes Bundesligaspiel."
Es sei ein großer Vorteil, dass alle Regionalligaspiele aufgezeichnet werden, "dadurch wissen wir sehr viel", erklärt Schuster. "Sie sind im Kollektiv sehr leidenschaftlich, viele Dinge sind eingespielt, zum Beispiel bei Standards haben sie viele Varianten, da sind sie sehr kreativ und können auch gefährlich sein", warnt er vor den Sportfreunden. "Von den Bildern her würde ich sagen, dass sie viele Jungs haben, die auch die eine oder andere Liga höher spielen könnten, also haben sie auch individuelle Qualität."
Keine Niederlage und viel Weiterentwicklung
Mit der Vorbereitung seiner Mannschaft auf die neue Saison ist der SC-Coach zufrieden, nicht nur, weil die Freiburger in den Testspielen ungeschlagen geblieben sind. "Wir hatten sehr viele Jungs auf dem Trainingsplatz, konnten neue Dinge testen und weiter entwickeln. Manches kommt aber vielleicht erstmal in die Schublade und erst später wieder raus", so Schuster. "Wir konnten hart arbeiten und haben die Jungs mit taktischen Informationen sehr gefüttert." Die Konzentration liege zunächst auf Dingen, die sein Team in der Vorsaison ausgezeichnet hätten, und dazu sollen punktuelle Verbesserungen kommen. Im Kader könne es "definitiv noch Veränderungen geben", aber der Markt sei bisher "eher ruhig gewesen".
Konkrete Saisonziele werden beim Sport-Club nie ausgegeben, sieht man vom Klassenerhalt ab. Schuster findet allerdings auch, dass vor dieser Saison "alles nicht so ganz greifbar ist wie in den letzten Jahren", weil es viele Veränderungen gab. "Und ich habe das Gefühl, dass da auch bei den Spielern noch einiges passiert. Manche verlieren sehr interessante Spieler, das ist für die Bundesliga grundsätzlich sehr schade, wenn es viele in die Premier League zieht oder noch weiter weg woanders hin", bedauert er. Außerdem seien mit dem Hamburger SV und dem 1. FC Köln "interessante Vereine" dazu gekommen, und auch "interessante neue Trainer" in der Liga.
"Unser Abschneiden ist immer nicht nur von uns abhängig, sondern auch davon, wie andere performen", sagt Schuster. "Deswegen setze ich mir Ziele ausschließlich in dem Bereich, den wir beeinflussen können. Ich will Trainer einer Mannschaft sein, die ihr Herz in die Hand nimmt und am Wochenende stolz darauf ist, dieses Trikot tragen zu dürfen und eine große Geschlossenheit zeigt."