Es lief die 52. Minute beim Stand von 1:0 für den Aufsteiger aus Berlin. Die Chemnitzer drückten auf den Ausgleich, bei einem Schnittstellenball in den Strafraum eilte Keeper Steffen Westphal aus seinem Kasten, rutschte in den Ball, bekam dabei aber das Knie des Chemnitzers Jonas Marx voll ins Gesicht.
Dass sich der 26-Jährige dabei eine schwere Verletzung zugezogen hatte, war nicht nur an den Reaktionen auf dem Feld zu erahnen; umgehend ging es für ihn ins Krankenhaus. Dort stellten die Ärzte einen Nasen- und Kieferbruch sowie eine starke Gehirnerschütterung fest. "Eine Operation ist aktuell für Montag angesetzt, da diese aufgrund der bestehenden Schwellung momentan noch nicht möglich ist", schreiben die Berliner in einem Statement. "In Gedanken sind wir bei dir, Steffen - wir wünschen dir ganz viel Kraft und eine schnelle Genesung. Als gesamter Verein stehen wir fest hinter dir!"
Lob für den Anhang
Erwähnenswert: Große Wertschätzung gab es vom BFC Preussen auch für Gegner Chemnitzer FC: "Das respektvolle Verhalten des gesamten Vereins und der Fans verdient unseren aufrichtigen Dank und höchsten Respekt. Die Hilfe in diesen schweren Minuten und auch im Nachgang findet selten ihresgleichen - vielen Dank dafür!", heiß es im Statement weiter.
Tatsächlich hatte das ganze Stadion an der Gellertstraße Westphal nach bangen vier Minuten Spielunterbrechung aufmunternden Applaus geschenkt, als dieser zunächst gestützt, schließlich auf der Trage liegend vom Feld gebracht wurde.
Wie lange der zu Saisonbeginn aus Lotte gekommene Schlussmann den Berlinern fehlen wird, steht noch nicht fest. Vorerst wird Westphal von Karl Albers ersetzt, der auch in Chemnitz für ihn aufs Feld kam und am Ende nur durch den späten Strafstoßausgleich von Dejan Bozic überwunden wurde - Endstand 1:1.