Nicht nur die Fans im Metropolitano dürften sich am Donnerstagabend nach der ersten Hälfte mehrmals die Augen gerieben haben. Ein 4:0 für Atletico Madrid prangte auf der Anzeigetafel. In der Geschichte des FC Barcelona braucht es schon eine kleine Zeitreise, um eine solch grausige erste Hälfte zu finden.
Tatsächlich war es 1953, als Barcelona letztmals - in der Liga gegen Erzrivale Real Madrid - bereits zur Pause mit 0:4 im Hintertreffen gelegen hatte. "Wir haben nicht gut gespielt und müssen den Fokus aufs Rückspiel richten", erklärte Barca-Trainer Hansi Flick nach dem niederschmetternden Halbfinal-Hinspiel in der Copa del Rey.
"Wir haben in der ersten Hälfte nicht die Mannschaft gesehen, die ich sehen möchte", stellte Flick klar, um anzufügen: "Ich bin nicht enttäuscht von meiner Mannschaft, sondern stolz auf die Saison, die sie bisher spielt." Atletico habe diesmal einfach "den größeren Hunger auf Tore" gehabt. "Heute gibt es keine Ausreden", betonte Flick: "Aber wir werden zurückkommen." Es brauche im Rückspiel nur "ein 2:0 in der ersten und ein 2:0 in der zweiten Hälfte", um alles wieder auf null zu stellen.
Aberkanntes Tor: "Für mich klar, dass es kein Abseits war"
Scharfe Kritik übte der ehemalige Bayern-Coach anschließend noch am Schiedsrichter-Team um Juan Martinez Munuera. Sieben Minuten nach Wiederanpfiff wäre Barcelona schließlich beinahe auf 1:4 "herangekommen", doch der Treffer von Pau Cubarsi wurde nachträglich aberkannt.
„Für mich ist es verrückt, dass es so lange dauert, eine solche Situation zu klären.“ (Hansi Flick)
Dass der VAR-Check insgesamt sieben Minuten dauerte, nannte Flick ein "Desaster". Auch weil offenbar die halbautomatische Abseitstechnologie ausgefallen war, zog sich die Überprüfung eine gefühlte Ewigkeit hin.
"Für mich ist es verrückt, dass es so lange dauert, eine solche Situation zu klären", haderte Flick: "Sieben Minuten, ich bitte Sie! Als ich die Szene gesehen habe, war für mich klar, dass es kein Abseits war. Vielleicht haben sie etwas anderes gesehen. Dann sollen sie es uns sagen, aber es gibt keine Kommunikation."
Letztlich verhinderte die Hacke von Joker Robert Lewandowski, über dessen Zukunft gerade wild spekuliert wird, das erhoffte 1:4. Eine Begründung, mit der sich Flick nicht zufriedengab: "Sie haben etwas gefunden, um das Tor zu annullieren, und erklären uns nicht einmal warum."
Im Rückspiel am 3. März (21 Uhr, LIVE! bei kicker) würde Barcelona dann gerne wieder sportliche Schlagzeilen schreiben.