FC Bayern
Für Nicolas Jackson läuft der Afrika-Cup zwar noch, doch zuletzt musste der Münchner eine Degradierung hinnehmen: Nachdem er im Achtelfinale für Senegal gegen Sudan (3:1) noch in der Startelf gestanden hatte, blieb ihm im Viertelfinale gegen Mali (1:0) über die gesamte Spieldauer nur ein Platz auf der Bank. Auch am Mittwoch im Halbfinale gegen Ägypten droht dem Stürmer die Reservistenrolle - wie auch meistens im Klub. Wenn Jackson seine Großchance gegen Sudan aus wenigen Metern zu einem Tor gemacht hätte, sähe die Lage womöglich anders aus. Aber das Turnier, das mit zwei Toren zum Auftakt gegen Botsuana begonnen hatte, ist für ihn ja noch nicht vorbei.
Borussia Dortmund
Ramy Bensebaini kam nach dem Ausscheiden mit Algerien im Viertelfinale gegen Nigeria (0:2) - vor dem 0:1 hatte Bensebaini Torschütze Victor Osimhen nicht eng genug gedeckt, dafür konnte er in der ersten Hälfte einmal stark auf der Linie klären - am Montag wieder in Dortmund an. Der 30-Jährige ist, sofern fit, am Dienstag eine Alternative für den Kader im Spiel gegen Bremen. Bensebaini war bei seinem Team Stammkraft in der Innenverteidigung, lediglich im dritten und letzten Gruppenspiel gegen Äquatorialguinea (3:1) saß er auf der Bank. Die vier anderen Spiele hat er jeweils über die volle Distanz bestritten.
RB Leipzig
RB Leipzig hat Yan Diomande am Sonntag per Privatjet aus Agadir nach Leipzig gebracht, damit er am Mittwoch gegen Freiburg startklar ist - idealerweise auch wieder in der Startelf. Die Reisestrapazen habe man dem 19-Jährigen zwar "ein bisschen" angemerkt, wie Trainer Ole Werner verriet, aber beim Abschlusstraining habe Diomande "einen viel besseren Eindruck gemacht und steht wieder voll zur Verfügung". Für den Senkrechtstarter war beim Afrika-Cup mit der Elfenbeinküste im Viertelfinale gegen Ägypten Schluss (2:3), Diomande (ein Tor) gehörte als Teil der überragenden Flügelzange mit Manchester Uniteds Amad aber zu den prägenden Figuren des Afrika-Cups.
Bayer 04 Leverkusen
Die Werkself stellte insgesamt vier Profis ab, von denen nur im Idealfall zwei am Samstag im Spiel bei der TSG Hoffenheim ins Aufgebot zurückkehren könnten: Dies gilt für Mittelfeldspieler Ibrahim Maza, der am Samstag mit Algerien im Viertelfinale ausgeschieden war, und für Mittelstürmer Christian Kofane, den mit Kamerun am Freitag das gleiche Schicksal ereilt hatte.
Ob das Duo, das beim Afrika-Cup regelmäßig in der Startelf stand und überzeugte, in Sinsheim dabei ist und auch eingesetzt wird, ist aber nicht sicher, da Bayer seinen Afrikanern nach dem Turnier eine Pause zur Regeneration gönnen möchte. Deshalb wird auch der marokkanische Offensivakteur Eliesse Ben Seghir, der als Einwechselspieler mit Marokko im Halbfinale steht und somit am Wochenende auch noch im Finale oder dem Spiel um Platz 3 dabei sein wird, frühestens am 19. Spieltag gegen Werder Bremen zurückerwartet.
Innenverteidiger Edmond Tapsoba, den als Leistungsträger mit Burkina Faso bereits am Dienstag vergangener Woche im Achtelfinale das Aus ereilte, kehrte zwar am Montag nach einem Kurzurlaub nach Leverkusen zurück, allerdings angeschlagen. Somit ist der Zeitpunkt des Wiedereinstiegs des Abwehrspielers bei Bayer 04 offen.
VfB Stuttgart
Bilal El Khannouss ist mit viel Vorfreude nach Marokko gereist, doch seine großen Erwartungen wurden nur teilweise erfüllt. In (bisher) vier Einsätzen für die Nationalmannschaft des Gastgeberlandes stand der 21-Jährige nur zweimal in der Startelf, wurde zweimal eingewechselt und blieb torlos. Am Mittwoch steht für Marokko das Halbfinale gegen Nigeria auf dem Programm, El Khannouss wird direkt nach Ende seiner heimatlichen Pflichten wieder in Stuttgart zurückerwartet.
TSG Hoffenheim
Nach dem Aus der Elfenbeinküste kann die TSG schon im Heimspiel am Mittwoch gegen Gladbach (20.30 Uhr) wieder auf ihren Turbosprinter Bazoumana Touré bauen. Schon im Trainingslager im spanischen Girona hatte Trainer Christian Ilzer dem kicker verraten: "Wir haben alles vorbereitet, damit er nach einem Ausscheiden möglichst schnell zu uns zurückkommt." Nach der schnellen Rückkehr hat der Ivorer damit genügend Zeit, sich wieder zu akklimatisieren. Ob er dann schon wieder breit für die Startelf sein wird, muss sich zeigen.
Eintracht Frankfurt
Sechser Ellyes Skhiri hat alle Spiele für Tunesien über die komplette Distanz bestritten und im Auftaktspiel gegen Uganda getroffen. Nach dem Aus im Achtelfinale gegen Mali bekam der 30-Jährige eine Woche Sonderurlaub, beim Spiel in Stuttgart am Dienstagabend (18.30 Uhr) kehrt er in den Kader zurück. Fares Chaibi stand in vier der fünf Partien in Algeriens Startelf (1 Tor), nach dem Aus im Viertelfinale gegen Nigeria bekam auch er ein paar freie Tage. Am Freitag (20.30 Uhr) soll der Mittelfeldspieler beim Rückrundenauftakt in Bremen wieder im Kader stehen.
SC Freiburg
Cyriaque Irié war mit 8,5 Millionen Euro Freiburgs teuerster Sommerzugang, kam wegen einer Malaria-Infektion und deren Folgen im ersten halben Jahr aber so gut wie nicht zum Einsatz. Beim Afrika-Cup konnte der wuchtige Offensivspieler erstmals in dieser Saison einen zumindest kleinen Rhythmus aufnehmen. Für Burkina Faso kam er in den ersten beiden Spielen als Joker und stand abschließend zweimal in der Startelf. Irié verzichtete auf Sonderurlaub, kehrte zwei Tage nach der 0:3-Niederlage im Achtelfinale gegen die Elfenbeinküste zum SC zurück, um dort schnellstmöglich im harten Konkurrenzkampf mitzumischen. In Leipzig oder Augsburg könnte er wieder im Kader stehen, hat nach dem fast halbjährigen Ausfall aber eher einen längeren Weg zu mehr Spielzeit vor sich.
VfL Wolfsburg
Mohammed Amoura hat in vier Spielen Algeriens in der Startelf gestanden, blieb beim Afrika-Cup ohne Treffer, bereitete ein Tor vor. Seine "auffälligste Szene" hatte er nach dem Achtelfinalsieg über die DR Kongo, als er einen bekannten kongolesischen Fan und dessen Pose (eine Hommage an den Unabhängigkeitsführer Patrice Lumumba) spöttisch imitierte und sich anschließend auf dem Rasen "schlafen" legte. Ein öffentlicher Skandal, für den sich Amoura anschließend entschuldigte. Amoura wird am Montag zurückerwartet in Wolfsburg und soll je nach körperlicher Verfassung bestenfalls schon am Mittwoch gegen St. Pauli in den Kader zurückkehren.
FC Augsburg
Gleich drei FCA-Profis weilten in den vergangenen Wochen in Marokko. Ismael Gharbi traf beim letzten Gruppenspiel der Tunesier (1:1 gegen Tansania) vom Punkt und verdiente sich dadurch den Startelfplatz im Achtelfinale, dort ging es gegen Mali im Elfmeterschießen raus (2:3 i. E.). Zurück in Deutschland, durfte sich Augsburgs Sommerzugang als Joker in Gladbach am vergangenen Wochenende beweisen, konnte die lahme FCA-Offensive aber nicht beleben. Gharbi gilt als vielversprechendes Talent, muss langsam aber noch mehr liefern.
Elias Saad verbuchte seinen letzten Kurzeinsatz in Augsburg im November, beim Afrika-Cup lieferte der Tunesier als Joker immerhin die Vorlage zur späten Führung gegen Mali, ehe das Achtelfinale doch noch schiefging. Bislang kommt der gebürtige Hamburger weder im Nationalteam noch in Augsburg richtig in Tritt. Seit vier Monaten wartet auch Samuel Essende auf ein Bundesliga-Tor, weshalb beim Afrika-Cup mit der DR Kongo eine magere Viertelstunde Einsatzzeit heraussprang. Als Joker brachte der bullige Angreifer in Gladbach wenigstens ein bisschen Feuer ins FCA-Spiel, er selbst hatte vor der Saison eine zweistellige Trefferzahl anvisiert.