Luka Vuskovic hatte sich nach Abpfiff am Sky-Mikrofon beschwert, dass St. Paulis Anhänger "meinen Bruder und meine Familie beleidigt haben. Ich kann nichts Positives über diese Fans sagen." Hintergrund: Im Fanblock war der wegen Dopings gesperrte Mario Vuskovic auf Bannern angegangen worden.
Luka Vuskovic war darüber auch im Kabinengang noch erzürnt, spuckte im Spielertunnel vor der St. Pauli-Kabine aus. Sein Trainer hatte auf der Pressekonferenz anschließend "extrem Verständnis" für den 18-Jährigen geäußert.
Am Samstag reagierte St. Pauli mit einer Stellungnahme und kritisiert sowohl Vuskovic als auch Polzin für dessen Aussagen. "Ein Derby ist mit großen Emotionen verbunden. Dazu gehören auch Frotzeleien und vereinzelt leider auch Beleidigungen auf beiden Seiten. Diese sind für sich genommen nicht zu begrüßen und beide Seiten sollten sich davon distanzieren; solche Vorfälle werden von manchen im Wissen um das hitzige Umfeld ausgehalten, sind aber kein Maßstab für einen respektvollen Umgang. Wir stehen als Verein klar für ein respektvolles Miteinander. Dazu zählen weder herabwürdigende Sprüche von unseren Tribünen noch sexistische Banner wie im HSV-Block zu sehen noch andere beleidigende Inhalte."
Dann wird die Kritik an Vuskovic ganz konkret: "Wir erwarten von Spielern, Trainern und Repräsentanten der Vereine ein angemessenes und professionelles Auftreten: sich nicht leicht provozieren zu lassen, Fans nicht zu bepöbeln und keine Grenzüberschreitungen wie Spucken in Richtung Fans oder auf den Boden und an die Wand im Kabinentrakt. Emotionen erklären vieles, rechtfertigen aber nicht alles. Vor diesem Hintergrund irritiert uns, dass teils über Tage ein Narrativ gezeichnet wird, dem zufolge nur eine Seite provozierend oder verursachend gewesen sei, während andere Vorfälle ausgeblendet werden."
Damit will der Kiez-Klub das Derby und das Nachspiel abschließen: "Insgesamt ist aber viel wichtiger und bemerkenswerter: der besonnene Ablauf eines emotionalen Derbys. Das sollte Maßstab für die Bewertung sein. Für den FC St. Pauli gilt nun: Die Spiele gegen den HSV sind abgehakt, der Blick geht nach vorn."