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Streit um Dembelé: Deschamps weist schwere PSG-Vorwürfe zurück

kicker

Dass nicht das anstehende Spiel gegen Island das Hauptthema der Pressekonferenz sein würde, war eigentlich klar. Zu groß waren die Wellen, die die Verletzung von Ousmane Dembelé und die scharfe Reaktion von Paris St. Germain geschlagen hatten. Trotzdem dauerte es gerade mal zwei Fragen, ehe Didier Deschamps bei seiner PK am Montag den anwesenden Journalisten sagte: "Ich werde keine weiteren Fragen zu diesem Thema beantworten."

Zuvor hatte er bereits die Verantwortung für die Vorkommnisse der letzten Tage von sich geschoben. "Ich bin Trainer, ich weiß nicht, was das bedeutet, es liegt nicht in meiner Zuständigkeit", sagte Deschamps angesprochen auf die PSG-Forderung, das medizinische Protokoll für Nationalspieler der Equipe Tricolore zu ändern.

Grund dafür war die Einwechslung des nach Ansicht des Champions-League-Siegers noch nicht fitten Dembelé im WM-Qualifikationsspiel gegen die Ukraine. Dembelé, der zuvor in der Liga angeschlagen ausgewechselt worden war, hatte sich prompt am Oberschenkel verletzt, musste wieder ausgewechselt werden und wird PSG nun wohl sechs bis acht Wochen fehlen.

Am Sonntag hatte der Hauptstadtklub in einem Statement erklärt, dass man ein Schreiben an den französischen Fußballverband FFF gesendet habe, in dem man "dringend ein neues Protokoll für die medizinisch-sportliche Koordination zwischen Vereinen und Nationalmannschaft fordert, das transparenter und kooperativer ist, um die Gesundheit der Spieler und ihre medizinische Betreuung zu einer absoluten Priorität zu machen".

PSG schaltet sogar die FIFA ein

Neben Dembelé hatte sich auch Desiré Doué gegen die Ukraine eine Wadenverletzung zugezogen. Beim 20-jährigen Shootingstar, der knapp einen Monat ausfallen wird, hatte zuvor aber keine bekannte Verletzung vorgelegen. Die PSG-Wut konzentriert sich eher auf den Fall Dembelé, da man dem Verband "bereits vor Beginn des Lehrgangs konkrete medizinische Informationen über die zumutbare Belastung und das Verletzungsrisiko seiner Spieler" übermittelt habe. Diese Empfehlungen seien vom medizinischen Stab nicht berücksichtigt worden, die PSG-Ärzte seien "in keiner Weise konsultiert und einbezogen worden" - ein klarer Angriff auf den Stab des Vize-Weltmeisters.

Französischen Medienberichten zufolge hat PSG ein Exemplar des Schreibens sogar an den Weltverband FIFA geschickt. Am Sonntagabend bekräftigte ein Vereinssprecher gegenüber L'Equipe "die Notwendigkeit einer grundlegenden Diskussion über die aufgetretenen Missstände: den fehlenden Austausch mit dem medizinischen Stab des FFF und die Entscheidungsfindung ohne Berücksichtigung der Empfehlungen des Vereins".

„PSG ist nicht unser Gegner.“ (Didier Deschamps)

Auch wenn er sich selbst nicht in der Verantwortung sieht, wies Deschamps die Vorwürfe am Montag erneut zurück. "Wir gehen gewissenhaft und systematisch vor und haben einen beidseitigen Austausch - unabhängig vom Verein", sagte der Nationaltrainer, dessen medizinische Abteilung während seiner Amtszeit nicht zum ersten Mal in der Kritik steht. Es gebe ein Protokoll, wonach alle Spieler ihre Verletzungen melden müssen, man habe Dembelé vor den Trainingseinheiten stets nach seinem Befinden befragt.

PSG, betonte Deschamps, "ist aber nicht unser Gegner, das waren sie nie - auch wenn wir unterschiedliche Interessen haben. Unser einziger Gegner ist Island." In der öffentlichen Wahrnehmung wirkt das momentan anders.