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Sturm schöpft Mut - und hofft auf "einen Lauf"

kicker

Beim ersten Sieg seiner Amtszeit als Sturm-Trainer hat Fabio Ingolitsch einen "guten Schritt nach vorne" gesehen. "Trotzdem gibt es sehr viele Themen, die wir in die nächsten Wochen mitnehmen, weil wir am Anfang vom Prozess stehen", sagte Ingolitsch nach dem versöhnlichen Abschluss in der Europa League gegen Brann Bergen (1:0). Nach dem erfolgreichen Heim-Einstand ist der 33-Jährige mit dem Meister am Sonntag (17.30, LIVE! bei kicker) an alter Wirkungsstätte in Altach gefordert.

"Diese Aufgabe wird eine sehr harte Nuss", warnte Ingolitsch vor dem Cup-Viertelfinale. "Wir können mit breiterer Brust nach Altach fahren. Vielleicht kann uns dieser Sieg in einen Lauf bringen", hoffte indes bereits Verteidiger Arjan Malic nach dem kleinen Fingerzeig im für die Grazer sportlich bedeutungslosen letzten Europacup-Saisonspiel. Nach den acht Runden der Europa-League-Ligaphase stehen für Sturm sieben Punkte und Platz 26 unter 36 Teams zu Buche. Mit Goldtorschütze Otar Kiteishvili (85.) und dem nunmehrigen Einsergoalie-Tormann Danill Khudyakov, der zwei Glanzparaden zeigte, gab es eine Woche nach dem 0:3 bei Feyenoord zwei Väter des Erfolgs.

Viel Luft nach oben

Kiteishvili fiel wie gewohnt als Antreiber am ganzen Feld auf. Vor allem die Körpersprache des georgischen Schlüsselspielers dürfte die Sturm-Fans aber glücklich stimmen, sie ist in den ersten Wochen unter Ingolitsch deutlich positiver als noch im Herbst unter Jürgen Säumel. Lächelnd trat Kiteishvili vor die Fernsehkameras und meinte: "Wir sind auf einem guten Weg. Aber wir haben in den nächsten Tagen noch sehr viel harte Arbeit zu tun."

Auch Ingolitsch sah "in allen Phasen noch Aufholbedarf. Das ist aber das Schöne an der Arbeit, sie geht nie aus. Ich finde, dass man positive Dinge mitnehmen kann." Er zählte gemeinschaftliches Verteidigen, Kompaktheit, Leidenschaft und eine im Vergleich zum 0:3 in Rotterdam doch mutigere Vorstellung in Ballbesitz auf. "Trotzdem müssen wir schauen, dass wir den Balldruck konsequent höher halten. Wir müssen uns bei langen Bällen steigern. Brann hatte einen starken Zielspieler. Auch Altach kommt mit Wucht und Geradlinigkeit. Es wird ähnlich eklig zu spielen werden."

Kein Stürmer im Kader, "der durch die Liga fegt"

Die große Abhängigkeit vom zwölffachen Saisontorschützen Kiteishvili bereite ihm überhaupt kein Kopfzerbrechen, meinte Ingolitsch. "Es gibt auch Mannschaften, die von Harry Kane und Lionel Messi und solchen Konsorten abhängig sind. Jeder, der so einen überragenden Spieler in seinen Reihen hat, ist dann ein Stück weit von der Extra-Qualität abhängig." Dass keiner der Stürmer mehr als drei Liga-Tore erzielt hat, sei aber kein Zufall. "Wir sind dran, Stürmer-Movements einzupflegen, zeigen Lösungen auf, versuchen, an Wandspielerqualitäten zu arbeiten." Die Stürmer seien auch willig, daran zu arbeiten, sagte Ingolitsch. "Trotzdem gibt es aktuell keinen im Kader, der durch die Liga fegt und 15 bis 20 Tore schießt."

Die in der Europa League nicht spielberechtigten drei Neuzugänge Jusuf Gazibegovic, Gizo Mamageishvili und Ryan Fosso sollen nun sukzessive eingebaut werden. Rückkehrer Gazibegovic spielte bei Köln längere Zeit keine Rolle. "Wir müssen da fair miteinander umgehen und realistisch einschätzen, dass er noch nicht der ganze Gazi ist, der er war", sagte Ingolitsch. Für den aus Tiflis geholten Mamageishvili ist der österreichische Fußball Neuland. "Er ist technisch gut, hat einen super Torabschluss, aber er muss sich von der Intensität und unserem Pressing her noch eingewöhnen." Chukwuani-Ersatz Fosso sei zuletzt angeschlagen gewesen. "Bei ihm gibt es die Hoffnung, dass wir ihn bis Sonntag matchfit kriegen", sagte Ingolitsch über den Mittelfeldmann.

Weit fortgeschritten sind die Verhandlungen mit Verteidiger Paul Koller. "Das wird hoffentlich nicht so lange dauern, bis wir das offiziell machen können", sagte Sturms Sportchef Michael Parensen auf Sky. Der ehemalige GAK-Spieler soll nun doch bereits im Winter aus Altach wieder nach Graz zurückwechseln.