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Stuttgarter Kickers: Verletzungspech trübt den ersten guten Eindruck

kicker

Auch wenn in den vergangenen zwei Wochen auch auf der Waldau eher hohe Temperaturen geherrscht haben, scheint mit Blick auf die neue Mannschaft der Stuttgarter Kickers ein frischer Wind unter dem Fernsehturm der baden-württembergischen Landeshauptstadt zu wehen. Sport-Geschäftsführer Lutz Siebrecht und Cheftrainer Marco Wildersinn haben bereits deutlich vor dem Trainingsauftakt ganze Arbeit geleistet und mit sechs Zu- sowie zehn Abgängen den Umbruch mit dem Ziel Kaderverkleinerung und -verjüngung eingeleitet.

Beim souveränen 5:0-Testspielsieg gegen den ambitionierten Fünftligisten VfR Mannheim machte das neue Team nach wenigen Trainingstagen direkt einen "guten ersten Eindruck" (Wildersinn), zeigte sich gegen den Oberliga-Dritten der Vorsaison über weite Strecken in Spiellaune, spielte den Großteil der Tore sehenswert heraus und ließ hinten so gut wie nichts zu. Folgerichtig, schließlich liegt der Schwerpunkt der bisherigen Vorbereitung auf der Defensive. "Ball und Umschaltspiel sind immer involviert. Aber wir wollen versuchen, dass wir eine gute Stabilität in der Defensive hinbekommen, dass wir uns in Zweikämpfen gut verkaufen, uns gegenseitig immer unterstützen. Das ist die Basis, die wir legen wollen", verrät Wildersinn.

Das galt auch für das fünftägige Trainingslager im osthessischen Petersberg direkt in der zweiten Vorbereitungswoche. Dieses diente auch zum besseren Kennenlernen. "Die Mannschaft hat die Neuen schnell integriert und sich in sehr gutem Zustand aus der Sommerpause zurückgemeldet. Die Gruppe arbeitet konzentriert, das macht richtig Spaß", freut sich der Cheftrainer, der noch im Trainingslager einen weiteren Neuen begrüßen konnte. Mittelstürmer Marlon Faß wurde für ein Jahr von Zweitligist Dynamo Dresden ausgeliehen, nachdem er dort nach 19 Toren in 31 U-19-Spielen für die TSG Hoffenheim in der vergangenen Saison seinen ersten Profivertrag unterschrieben hatte.

Stojak-Aus zwingt zum Handeln

Auf dem 19-Jährigen ruhen direkt die Hoffnungen der Kickers-Fans, was das Toreschießen angeht. Schließlich ist die Offensive der Blauen nach einigen Abgängen noch etwas dünn besetzt, und dann hat sich David Stojak vor dem Trainingslager auch noch einen Kreuzbandriss zugezogen. Dem 20-Jährigen hatten in dieser Saison viele den Durchbruch zugetraut und sahen sich im ersten Test gegen Mannheim bestätigt. Stojak erzielte den ersten Treffer und harmonierte gut mit den noch jüngeren, neben ihm postierten Nevio Schembri und Oskar Hencke. Doch jetzt ist der Mittelstürmer mehrere Monate raus. "David ist ein sehr talentierter Spieler und war fester Bestandteil unserer Planungen für die Stürmerposition in dieser Saison. Wir wünschen ihm eine schnelle Genesung und werden ihm auf seinem Weg durch die Reha und zurück auf den Platz bestmöglich zur Seite stehen", sagt Siebrecht, der die Augen nach weiteren Sturmoptionen offen hält.

Auch in der Defensive gab es in der ersten Woche direkt einen personellen Dämpfer. Neuzugang Vincent Schwab, der fest als linker Innenverteidiger eingeplant war, erlitt im Training einen Handbruch und fällt wohl bis Ende August aus. Dadurch öffnet sich noch einmal die Tür für Brian Behrendt. Mit seinen 33 Jahren zählte der Routinier eigentlich zu den Spielern, die den Verein noch verlassen können. Doch nach seiner Einwechslung gegen Mannheim fügte sich der Innenverteidiger lautstark ein und war beim 1:1-Unentschieden gegen Bayern-Regionalligist TSV Aubstadt, dem zweiten Testspiel zum Abschluss des Trainingslagers, der einzige Akteur, der 90 Minuten durchspielte. "Er zeigt schon Qualitäten, dass er eine Abwehrkette führen kann", sagt Wildersinn, der mit Milan Petrovic, Jacob Danquah und dem jungen Ardi Mulaj drei weitere Innenverteidiger zur Verfügung hat.

Während neben Stojak und Schwab mit Tempodribbler Christian Mauersberger (Innenmeniskusriss) bis September und Torwart Felix Dornebusch (Kreuzbandriss) bis Jahresende zwei weitere potenzielle Stammspieler noch länger ausfallen, gab der vom FV Illertissen gekommene Nico Fundel gegen Aubstadt sein Comeback nach Knieverletzung. Auch die weiteren Neuzugänge fügen sich direkt gut ein. Maximilian Zaiser etwa etabliert sich direkt als Dreh- und Angelpunkt im Mittelfeld, und David Udogu zeigt sich als offensivfreudiger Rechtsverteidiger. Torwart Bela Dumrath beweist seine Qualitäten im Spielaufbau und kämpft mit Leon Neaime um den vorübergehenden Status der Nummer 1, bis Dornebusch zurück ist.

So zeigt sich die bisherige Vorbereitung der Kickers zwischen guter Arbeit sowie Integration der Neuzugänge, aber auch Verletzungspech als wahre Berg- und Talfahrt. Bis zum Liga-Auftakt Anfang August bei der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz haben die Stuttgarter noch gut drei Wochen Zeit.